Typisch Frau? Auch Männer leiden in den Wechseljahren…

Da dachte ich doch immer, es gäbe sie, die typischen Frauenthemen, bei denen Männer einfach nicht mitreden können. Schwangerschaften, Multitasking, Prämenstruelles-Syndrom (PMS) und natürlich die Wechseljahre. Doch beim Stöbern im Netz ist mir klar geworden, zumindest von Letzterem gilt es als ausschließlich weibliche Domäne endgültig Abschied zu nehmen.

grübelnder Mann
Männerwechseljahre? Da kann Mann schon mal ins Grübeln kommen…

Was der Frau die Menopause ist, ist dem Mann seine Andropause. Heißt im Fachjargon auch Late Onset Hypogonadism. Schwerlich auszusprechen, also vielleicht lieber Aging Male Syndrom, was als AMS durchaus Speicher-Qualitäten besitzt. Soll heißen, das Testosteron als wichtigster Botenstoff unter den männlichen Sexualhormonen nimmt ab der sogenannten Lebensmitte ab. In Sachen hormoneller Rückgang behalten wir Frauen allerdings die Nase vorn. Denn jede von uns ereilt das „Schicksal“ Menopause. Das Absinken des Hormonspiegels erfolgt zügig und unaufhaltsam. Beim Mann hingegen sind nur 10 bis 15 Prozent von diesem AMS betroffen. Zwischen 45 und 65 ereilt es den Mann oder eben – mit einer höheren Wahrscheinlichkeit – auch nicht.

Bis vor kurzem waren die männlichen Wechseljahre wissenschaftlich nicht exakt definiert. Mittlerweile kann Mann sogar im Internet im Fragenkatalog feststellen, ob er betroffen ist.

Auch gibt es fachlich abgesegnete Merkmalslisten, die den Mann als Wechseljahrs-Kandidaten charakterisieren:

  • Top 1: Fehlende Morgenlatte, weniger sexuelle Fantasien, Erektionsstörungen (ohne Top 1 übrigens keine Andropausen-Diagnose)
  • Top 2: Körperliche Einschränkungen in den Bereichen Kraft und Ausdauer
  • Top 3: Stimmungsschwankungen wie Energieverlust, Traurigkeit, Müdigkeit

Von Midlife-Krise, Burnout & Co ist ja in der Männerwelt oft die Rede, aber über Niederlagen im Schlafzimmer wird kaum geredet. So kommt der betroffene Mann auch meist nicht auf die Idee, seinem Hormonspiegel mal denselbigen vorzuhalten, um seinem Leiden auf den Grund zu gehen.

Auch wenn Morgenlatte und Erektionsstörungen primär ausschließlich männliche Phänomene sind, mit Gefühlsschwankungen und schwindender Vitalität kennen wir uns bestens aus. Sind also tatsächlich Leidensgenossinnen. In einer Hinsicht sind wir unseren männlichen Pausen-Kollegen allerdings voraus. Wir sprechen relativ offen über das Thema Wechseljahre. Tabu-Thema? Nein, bitte nicht mehr. Und da können sich die Kerle bestimmt eine gehörige Scheibe abschneiden und ein bisschen neidisch auf die Wechselweiber sein.

Und was lerne ich daraus für meinen Alltag? Wenn der Göttergatte bei einem meiner Wutausbrüche wegen nicht weg geräumter Brotdosen wieder einmal PMS anführt – nehmt es euch nicht so zu Herzen, Mama bekommt ihre Regel – dann kontere ich doch beim nächsten väterlichen Schlechte-Laune-Flash mit: Kinder, bleibt locker, das ist pathologisch. Ich sag nur AMS…

Eure Lisa

1 Kommentar zu: »Typisch Frau? Auch Männer leiden in den Wechseljahren…«

  1. Ich bin ein Mann, 66 Jahre alt und habe auch die Probleme. Vor Jahren habe ich Trauben Silber Kerze genommen, dann habe ich die nicht mehr bekommen. Jetzt nehme ich remifemin. Beide Mittel muss man erst , eine gewisse Zeit einnehmen bis es wirkt, dann gingen die Probleme weg, habe es dann absetzt, einige Monate ging es gut, dann kam es leider wieder , wie im Moment. Ich muss dazu sagen, das ich vor Jahren eine Krebsoperation hatte und immer wieder Probleme bekomme. Daher glaube ich, dass das damit zusammen hängt!

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