Heisse Zeiten im St. Pauli Theater

Oh, wat hattn wir fürn Spasss.
Am Sonntag war ich auf der Reeperbahn. Im Theater.
Genaugenommen im St. Pauli-Theater.
„Heiße Zeiten“, eine Wechseljahre-Revue.

Ensemble Heiße Zeiten am St. Pauli Theater
Ensemble Heiße Zeiten

Nun eine gute und eine schlechte Nachricht.
Die gute Nachricht:
Die Revue „Heiße Zeiten“ wird noch bis zum 15. August 2010 verlängert.
Die schlechte Nachricht:
Nach zweieinhalb Stunden ist alles vorbei.

Nein, nicht die Wechseljahre, sondern dieser wunderbare Revueabend.

Es wird wirklich nichts ausgelassen.
Vier Frauen treffen sich auf dem Flughafen an Gate 73 zum Abflug nach New York.
Die Karrierefrau auf dem Weg zum Meeting, die Vornehme, die ihre Tochter mal wiedersehen möchte, die Hausfrau, die den Trip von ihren Kindern zu ihren Wechseljahren geschenkt bekommen hat und ja, die „Junge“ mit ihren 39 Jahren, die nach jahrelangen vergeblichen Versuchen auf dem Weg zu einer In-vitro-Fertilisation ist. Natürlich hinter dem Rücken ihres treuen Verlobten.

Sie klagen über Depressionen, unkontrollierbaren Harndrang, Vergesslichkeit (war das dabei?), überlegen, ob sie sich einer Schönheitsoperation unterziehen sollen – aber die sehen ja hinterher auch alle aus wie Zombies; dann machen die Augen nicht mehr so richtig mit, und man fragt sich unwillkürlich, wann wird mein Arm zu kurz für meine Sehkraft sein? Und wenn die Hausfrau nachts vom Meer träumt, ist es nicht die Sehnsucht nach Urlaub in der Karibik, sondern einfach nur „´ne Welle“.

Natürlich werden massenweise Klischees verbraten, aber ich habe mich sooo verstanden gefühlt, konnte trotz „Welle“ einfach nur lachen. Und wenn ich das richtig beobachtet habe, der Rest des Publikums auch. Und das waren zu 90 Prozent Frauen. Im besten Alter, versteht sich. Mit Humor geht eben alles besser.

Wie singen die Mädels auf der Bühne doch so richtig zum Schluß:

Girls just wanna have fun!

In diesem Sinne bis bald
Ihre Antonia

P.S: Fast hätte ich´s vergessen: Geschrieben hat diese wunderbare Revue ein MANN! Oder sollte ich besser sagen: Ein junger Mann? Ich schätze, der ist noch nicht mal dreißig.

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