Klimakterium im Rampenlicht

„Hast Du schon gehört?“, fragte mich mein Chef, „Samantha ist in den Wechseljahren!“ „Waas?“  Ich konnte es nicht fassen – der männermordende Vamp aus der amerikanischen Lieblingsserie vieler vieler Freundinnen als ganz normale Frau mit Hormonschwankungen? Das musste ich sehen!

Und so saß ich dann vergnügt bei „Sex and the City 2“ im Kino und schaute der wunderschönen Samantha (Kim Cattrall), 52, mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu, wie ihre Hormontabletten bei der Einreise nach Abu Dhabi konfisziert wurden und sie fortan mit Hausmittelchen versucht, ihre Libido zu steigern. Herrlich! Tragisch! Komisch!

Die Wechseljahre haben also auch endlich das prüde Amerika erreicht und dienen offensichtlich als Quell der Inspiration für Drehbuchschreiber(innen?). Mir gefällt das. Denn auch als liebevoll-ironische Parodie kann die Beschreibung dieses weiblichen Zustandes dazu beitragen, vielen Frauen den gefürchteten Übergang zu einem neuen Frausein zu erleichtern – ganz einfach, indem frau auch mal darüber lachen kann! Übrigens: an Doris Dörries Komödie „Klimawechsel“ – von mir im letzten Blog erwähnt –  hat der US-Sender HBO bereits Interesse bekundet!

Ensemble Heiße Zeiten am St. Pauli Theater
Ensemble Heiße Zeiten am St. Pauli Theater

Und noch ein Tipp für Hamburgerinnen oder Hamburg Reisende, die das deutsche Pendant zu SATC suchen: Das St. Pauli Theater an der Hamburger Reeperbahn präsentiert von Mitte Juni bis Ende Juli 2010 „Heiße Zeiten – die Wechseljahre-Revue“. Hier treffen 5 Frauen im besten Alter aufeinander und entfachen ein komödiantisches und musikalisches Feuerwerk der besonderen Art. Anbei das Pressefoto der Ankündigung.

Also: nicht zu Hause sitzen, sondern aktiv den Tag genießen! Ein Kino- oder Theaterbesuch könnte ja auch mal dazu gehören! Viel Spaß dabei, Ihre Sonja

2 Kommentare zu: »Klimakterium im Rampenlicht«

  1. Schön, dass es diese Seite gibt- wird mal Zeit, dass man sich austauschen kann. DORIS Dörries FILM WAR ABER ECHT VIEL ZU PLATT. Der erste Teil war eindeutig der beste und niveauvollste. In meinem Lehrerkollegium gibt es diese SCHAUSPIELE NICHT UND WIR SIND ZU 80% über 50. Eigentlich leidet ja eher jeder still vor sich hin und nur gelegentlich erzählt man mal von durchwachten Nächten oder nervösen Aussetzern. Neben den körperlichen Veränderungen finde ich viel gravierender, dass man sich auch von den Kindern lösen muss und die Eltern sich aus dem Leben verabschieden.
    FÜR DIE MEISTEN IST DAS HALT EIN BISSCHEN VIEL VERÄNDERUNG AUF EINMAL.

    1. Liebe Martina,
      freut mich, dass Du unsere Seite entdeckt hast! Und dass Du diesen Beitrag nutzt, um zu kommentieren.
      Zu Deinen Anmerkungen zu „Klimawechsel“: trotzdem waren da sehr witzige Szenen drin! Aber Du hast natürlich recht: das ist eine Komödie und völlig übertrieben und nicht unser Leben!
      In jedem Falle hilft es, das Thema Wechseljahre mal bewusst zu machen. Wir Wechselweiber merken gerade ganz deutlich, wie gut es tut, mit anderen Frauen darüber zu sprechen! Ich selber habe die Erfahrung gemacht, dass, je offener ich darüber spreche, die anderen umso offener darauf reagieren.
      Und was die Anforderungen an Frauen in unserem Alter betrifft, kann ich Dir nur zustimmen: ich erlebe gerade eine deutliche Ablösung meiner Kinder (eher meines Sohnes, aber die jüngere Tochter macht da auch gern mit). Hier kann ich Dir eines der Bücher von dem niederländischen Familientherapeuten Jesper Juul empfehlen, ich lese das Buch „Pubertät“ von ihm und fühle mich sehr beruhigt. Auch die Sterblichkeit meiner Eltern wird mir immer bewusster und ich habe Angst vor dem Verlust dieser beiden geliebten Menschen. Meine Freundin, sie ist Yogalehrerin, sagte neulich: „Gut ist es, wenn du jeden Moment, den du mit ihnen erlebst, ganz bewusst wahrnimmst, dafür dankbar bist.“ Das hat mir geholfen.
      Generell finde ich: sprich drüber! Es geht einem immer besser, wenn man so was mal ausspricht und danach weiß, dass man nicht alleine mit diesen Gefühlen ist!
      Also, Martina, schau mal wieder rein. Und danke für Deinen Kommentar!
      Viele Grüße Sonja

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