Naturheilkundliche Anwendungen bei trockenen Schleimhäuten

Wie bereits in meinem Beitrag „Die Haut mit 40 plus“ geschrieben haben, verändert sich durch die sinkenden Hormone auch die Befindlichkeit im Bereich der Haut, insbesondere der Schleimhäute.

Die zunehmende Trockenheit betrifft nicht nur die Schleimhaut von Auge, Nasen, Magen-Darm-Trakt und Blase, sondern auch die Vaginalschleimhaut. Hier spürt frau es zumeist an Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder an Juckreiz.

Neben der täglichen Intimpflege mit Ölen, Cremes und Salben, die ich bereits im Mai-Beitrag beschrieben haben, gibt es noch Anwendungen, Tipps und wichtige Heilpflanzen, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

Um Schleimhäute gesund zu halten, ist es u.a. wichtig, die Durchblutung zu verbessern. Im Intimbereich kann dies durch alle Bewegungsarten umgesetzt werden, die Wärme/Bewegung ins Becken bringen. Dazu gehören z.B. Bauchtanz, Luna Yoga oder Hula-Hoop. Alles, was die Hüfte kreisen lässt und sich diesem Bereich des Körpers widmet, ist gut für die Durchblutung.

Eine weitere Möglichkeit – ähnlich den Kälteanwendungen nach Pfarrer Kneipp – ist das sogenannte Reibesitzbad nach Louis Kuhne aus dem 19. Jahrhundert.

Heide Fischer, die Freiburger Frauenärztin, nennt es liebevoll „Belebungsbad für den Schoß“: Sie stellen sich einen Hocker in die Badewanne. Darunter stellen Sie sich eine Schüssel mit 19° C kaltem Wasser. Zusätzlich benötigen Sie einen Waschlappen oder ein Leinentuch. Nun setzen Sie sich auf die den Hocker in die Badewanne, der Intimbereich ist frei. Sie tauchen das Tuch in das Wasser und „betupfen“ den Intimbereich immer wieder mit dem kalten Wasser. Reiben, wie der Name suggeriert, wäre hier viel zu grob. Dies führen Sie ca. 10-15 Minuten durch. Danach trocknen Sie sich ab, cremen sich ein und ziehen sich warm an. Anschließend geht’s für ca. 20-30 Minuten zum Nachtruhen unter die warme Decke, gern ins Bett. Wie bei kalten Händen im Winter nach einer Schneeballschlacht kommt es zur reflektorischen Wärmeentwicklung. Hier wird der Intimbereich deutlich stärker durchblutet. Führen Sie das Bad gern mehrmals die Woche durch.

Natürlich gibt es auch Heilpflanzen, die Wärme ins Becken bringen: Allen voran steht hier Basilikum, der durch seine wärmende Eigenschaft auch als Aphrodisiakum galt und gilt.

Der Granatapfel ist eine weitere Pflanze, die speziell bei der Trockenheit der Vaginalschleimhaut äußerlich wie innerlich eingesetzt werden kann. Das Granatapfelsamenöl ist hautregenerierend  und feuchtigkeitsspendend. Alternativ kann man Cremes mit Hamameliswasser verwenden.

Bevor Sie bei beiden zu Präparaten und Tinkturen greifen, empfehle ich zunächst, beides mehr in die Küche zu integrieren.

Nicht zuletzt ist der Geschlechtsverkehr sicherlich die vergnüglichste Art, die Schleimhäute des Intimbereichs stabil zu halten und gut zu durchbluten.

Durch die Empfindlichkeit oder sogar Schmerzhaftigkeit der Schleimhäute während des Geschlechtsverkehrs kann es leicht passieren, dass Paare in eine Vermeidungsstrategie verfallen. Nutzen Sie hier ein schönes Gleitgel (z.B. mit Hamameliswasser) und verringern Sie dadurch die mechanische Belastung für den Intimbereich.

Haben Sie auch gute Erfahrungen, wie Sie die Durchblutung im Beckenbereich fördern? Ich freue mich auf Ihre Beiträge!

Ihre Stefanie Möller-Peske

Stefanie Möller-Peske

Stefanie Möller-Peske

Frau Möller-Peske ist Heilpraktikerin in Hamburg-Eimsbüttel und hat unter anderem den Schwerpunkt Wechseljahre.

2 Kommentare zu: »Naturheilkundliche Anwendungen bei trockenen Schleimhäuten«

  1. Hallöchen und guten Morgen,
    wo bitte finde ich den Mai Beitrag zum Thema Intimpflege mit Ölen, Cremes und Salben? Habe nämlich extreme Probleme beim Geschlechtsverkehr, der dadurch eigentlich gar nicht mehr stattfindet. Das ist extrem belastend für mich und ich erhoffe mir dadurch Erleichterung.
    Vielen Dank schon mal im voraus für die Antwort.
    Viele Grüße
    Gabi

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