Man glaubt es nicht, aber Eisenmangel gehört weltweit zu den am häufigsten auftretenden Mangelerscheinungen. Es wird davon ausgegangen, dass in Europa etwa 20 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter und bis zu acht Prozent aller Jugendlichen betroffen sind. Für Deutschland gelten rund 8 Prozent der Gesamtbevölkerung als betroffen.
Ein anhaltender Eisenmangel kann zu einer Blutarmut (Anämie) führen, aber auch bereits bei einem stärkeren Defizit zeigen sich deutliche Symptome.
Eisen wird im Körper benötigt, damit der rote Blutfarbstoff Hämoglobin hergestellt werden kann – ein wichtiges Protein in den roten Blutkörperchen, um Sauerstoff im Körper zu transportieren.
Verfügt der Körper aufgrund von Eisenmangel nicht über ausreichend Hämoglobin, wird also nicht genug Sauerstoff an Muskeln, Organe und Gehirn geleitet. Dann muss das Herz stärker arbeiten, um mehr sauerstoffreiches Blut in den Körper zu transportieren.
Durch die Anstrengung des Herzens und den dadurch entstehenden Energieverlust kommt es dann z.B. zu Müdigkeit und Erschöpfung.
Typische Symptome bei Eisenmangel
- niedriges Energielevel mit Müdigkeit, Schwächegefühl, Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Kurzatmigkeit nach Belastung
- Schlafstörungen
- Stimmungsveränderungen in Richtung depressiv und ängstlich, erhöhte Reizbarkeit, innere Unruhe
- körperliche Probleme wie Kopfschmerzen, Schwindel, erhöhte Infektanfälligkeit, Restless-Legs-Syndrom, verstärkte Menstruationsbeschwerden, Appetitlosigkeit, Kältegefühl
- äußerliche Veränderungen wie Haarausfall, brüchige Nägel, blasser Teint, Blässe von Schleimhäuten, trockene Haut, eingerissene Mundwinkel, brennendes Gefühl oder wunde Stellen auf der Zunge, Schluckbeschwerden
Ursachen von Eisenmangel
Grundsätzlich entsteht Eisenmangel immer dann, wenn der Eisenbedarf höher ist als die Eisenaufnahme. Die Gründe für einen Eisenmangel sind ebenso vielseitig wie häufig.
So kann ein erhöhter Bedarf z.B. bei Sportreibenden entstehen oder mangelnde Zufuhr generell z.B. durch einseitige Ernährung oder bei Übergewicht ursächlich für einen Mangel an Eisen sein.
Auch Darmerkrankungen (insbesondere chronische wie Morbus Crohn oder Zöliakie) können Eisenmange begünstigen.
Gründe, warum Frauen häufiger von Eisenmangel betroffen sind als Männer
1. Menstruationsblutung
Gerade wenn Frauen noch ihre Periode haben, ist ein zu niedriger Eisenwert bei Frauen ein häufiges Phänomen aufgrund des monatlichen Blutverlusts. Der Verlust von Eisen mit der Regelblutung (Menstruation) ist daher eine der häufigen Ursachen.
Insbesondere wenn die Blutung sehr lang und stark ist, reduzieren sich auch die Eisenvorräte.
2. Wechseljahre
Wenn sich der Körper während der Wechseljahre hormonell umstellt, sind sehr starke oder auch lange Blutungen ebenfalls keine Seltenheit.
Dies ist häufig eine Folge der Östrogendominanz, da Östrogen u.a. das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut auslöst. Mehr Schleimhaut bedeutet stärkere Blutungen, um diese abzubauen.
Dadurch erfolgt ein erhöhter Hämoglobinverlust der dann den Eisenspiegel deutlich absinken lassen kann.
Selbst in der Postmenopause, wenn die Periode schon länger vorbei ist, ist ein Eisenmangel möglich, weil fehlendes Östrogen auch dazu führt, dass Eisen nicht mehr so gut aufgenommen werden kann.
Wie kann der Eisenbedarf gedeckt werden?
Mit einer entsprechenden Ernährung, kann jeder selbst etwas dazu beitragen – insbesondere, wenn ein Eisenverlust durch o.g. Ursachen droht –, einem Eisenmangel entgegenzuwirken.
Diese Nahrungsmittel sind gute Eisenlieferanten
- Schweineleber
- Leberwurst
- Kalbsleber
- Fisch
- Weizenkleie
- Sojabohnen
- Amaranth
- Quinoa
- Hirse
- Haferflocken
- Kürbiskerne
- Sesam
- Leinsamen
- Pistazien
- Mandeln
- Haselnüsse
- Pinienkerne
- Linsen getrocknet
- Kichererbsen
- Weiße Bohnen getrocknet
Gemüse, Kräuter und Obst sind keine wirklich guten Eisenlieferanten. Für alle aber, die zumindest diejenigen wählen möchten, die am eisenreichsten sind, nachfolgend eine entsprechende Liste:
- Topinambur
- Schwarzwurzeln
- Mangold
- Grünkohl
- Rosenkohl
- Spinat
- Thymian
- Basilikum
- Brennnesseln
- Petersilie
- Johannisbeeren
- Holunderbeeren
- Brombeeren
- Maulbeeren
