Hitzewallungen – sind sie wirklich so schlimm oder kann man ihnen auch etwas Gutes abgewinnen?

Meine erste Erinnerung an Hitzewallungen ist, dass eine Freundin meiner Mutter bei der monatlichen Canasta-Runde regelmäßig im BH am Tisch saß und unsere Balkontür auch im Winter sperrangelweit offen stand…. Kommentar der Runde: „Lilo hat wieder Hitzewallungen!“. Damals war ich 16 und konnte damit nicht allzu viel anfangen. Es schien mit dazuzugehören.

Und das stimmt, denn Hitzewallungen gehören zu den häufigsten Wechseljahrsbeschwerden in westlichen Ländern.

Das Erstaunliche ist, dass Hitzewallungen von Frau zu Frau unterschiedlich empfunden werden. Kälteempfindlichen Frauen ist erstmals warm und sie genießen den warmen Schauer. Anderen Frauen ist es eher peinlich, wenn auf einmal die Brille vor Hitze beschlägt oder sie plötzlich mit hochrotem Kopf in einer Besprechung sitzen.

Hitzewallungen können tagsüber oder aber auch nur nachts auftreten. Es ist wissenschaftlich noch nicht genau geklärt, warum das Temperaturzentrum in unserem Hirn in den Wechseljahren verrücktspielt. Klar ist, Hitzewallungen treten auf, wenn der Östrogenspiegel sinkt und der FSH (Follikel-Stimulierendes Hormon)-Spiegel  steigt bzw. auf dem höchsten Niveau ist. Das ist der Fall, wenn es auf die Menopause, d.h. die letzte Blutung, zugeht.

Die gute Nachricht: Hitzewallungen treten i.d.R. nur phasenweise auf, ein paar Tage, Wochen vielleicht, dann ist erstmal wieder Ruhe. Wenn sich der Hormonspiegel 1-2 Jahre nach der letzten Regel eingependelt hat, hören auch die Hitzewallungen i.d.R. auf. Es gibt allerdings einige wenige Frauen, die auch danach immer wieder Phasen von Hitzewallungen durchleben, allerdings mit geringerer Stärke.

Neben den Hormonschwankungen können ebenso äußere Faktoren die Stärke und Dauer der Hitzewallungen beeinflussen. So wirken Ängste und innere Spannungen genauso verstärkend wie eine Ernährung, die reich an Einfachzuckern und Weißmehlprodukten ist. Der Genuss von Alkohol, Nikotin und Kaffee wirkt sich i.d.R. zusätzlich negativ aus. Die Hitze anfachen kann auch der Genuss von Chili, Pfeffer und Co.

Was kann Frau tun gegen die Hitzewallungen? Dies ergibt sich schon aus den Faktoren, die die Hitze begünstigen: Die Umstellung auf eine gesunde, vollwertige Ernährung mit viel Obst und Gemüse macht sich bereits bei vielen Frauen positiv bemerkbar.

Da Frau ja nicht überall im BH am Tisch sitzen kann, wie die Freundin meiner Mutter damals, empfiehlt sich bei der Kleidung ein Zwiebellook. Dabei ist eine Strickjacke immer praktischer als ein Pulli, der im Fall der Fälle umständlich über den Kopf ausgezogen werden muss. Auch eine Stola, die bei Bedarf enger oder weiter über Schultern und Hals getragen werden kann, ist ein sinnvoller Begleiter.

Erfahrungen zeigen, dass Frauen, die regelmäßig Ausdauersport betreiben, also ins Schwitzen kommen, weniger unter Hitzewallungen leiden. Auch wöchentliche Saunabesuche reduzieren die Schwitzattacken. Als Soforthilfe haben sich kalte Unterarmbäder bewährt oder Sie lassen einige Minuten kaltes Wasser über die Pulsregion laufen.

Wichtig ist natürlich auch, dass die Frau eine Möglichkeit findet, Anspannung loszuwerden und Stress abzubauen. Das kann einerseits über autogenes Training, Yoga etc. unterstützt werden, andererseits sollte auch ein Innehalten, eine Selbstreflektion erfolgen. Die Lebensmitte ist dazu ein guter Zeitpunkt. Vielleicht haben Sie Verhaltensmuster, die sie immer schon mal ändern oder aufgeben wollten? Nutzen Sie doch jede Hitzewallung und „verbrennen“ sie es! Machen Sie sich frei von Altlasten und nutzen Sie hierzu die Energie jeder einzelnen Hitzewallung! Ich bin gespannt darauf, was Sie mir schreiben und wünschen Ihnen viel Erfolg dabei!

Ihre Stefanie Möller-Peske

Stefanie Möller-Peske

Stefanie Möller-Peske

Frau Möller-Peske ist Heilpraktikerin in Hamburg-Eimsbüttel und hat unter anderem den Schwerpunkt Wechseljahre.

3 Kommentare zu: »Hitzewallungen – sind sie wirklich so schlimm oder kann man ihnen auch etwas Gutes abgewinnen?«

  1. Ein recht interessanter, motivierender Artikel, einfach kreativ und konstruktiv mit diesem Thema umzugehen. Besonders die Anmerkung zu den sogenannten Altlasten. Vielen Dank!

  2. Hallo ich heiße sabine bin 46 Jahre und habe seit ca.8 Jahre hitzewallungen da wurde mir die gebährmutter und eierstöcke entfernt können sie mir sagen wann es wieder aufhört und was ich da gegen nehmen kann vielen dank lg.

  3. Ich bin 51 Jahre alt und habe diese Hitzewallungen mit Schweißausbrüchen schon seit fast 6Jahren, zwar ist es nicht mehr so schlimm, wie am Anfang, aber ich habe sie immer noch und seitdem vertrage ich auch keine Haarfarbe mehr, meine Kopfhaut und der Nacken waren total entzündet, wirklich schlimm. Vertage nur noch Biofarbe.

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