Longevity – was steckt eigentlich dahinter?
Es gibt Begriffe, die man zwar immer wieder und vermehrt hört oder liest, von denen man oft aber gar nicht genau weiß, was eigentlich dahintersteckt. Ein solcher ist beispielsweise „Longevity“. Wer hinter diesem Begriff allerdings eine Art „Jugendwahn“ oder „Falten wegspritzen & Co“ vermutet, der liegt tatsächlich völlig falsch, denn der Begriff „Longevity“ bedeutet nichts anderes als „Langlebigkeit“. Und dabei geht es nicht nur um das Erreichen eines möglichst hohen Alters, sondern vielmehr geht es darum, das Leben möglichst lange, aber auch möglichst lebenswert genießen zu können.
Um dieses Ziel zu erreichen, sind eine gute Gesundheit, geistige Klarheit und körperliche Vitalität natürlich unbestrittene Grundvoraussetzungen. Wissenschaftlich betrachtet wird hierbei unterschieden zwischen „Lifespan“, also der reinen Lebensdauer, und „Healthspan“, der Phase des Lebens, in der wir uns körperlich und geistig wohl fühlen – und nicht z.B. von chronischen Krankheiten eingeschränkt werden.
Klar, dass wir alle genau das möchten: Möglichst alt werden und das bei bester Gesundheit sowie damit verbundener hoher Lebensqualität. Und hier kommt das Ziel der Longevity-Bewegung und Forschung zum Tragen: Nicht nur länger zu leben, sondern die dazu gewonnene Lebenszeit auch gesund und lebenswert erleben zu können. Nicht nur für die persönliche Biografie kommt Longevity damit eine entscheidende Bedeutung zu, sondern auch gesellschaftlich spielt das Thema eine durchaus immer wichtigere Rolle. Denn da die Menschen immer älter werden, steigt auch das damit einhergehende Risiko an vermehrt chronisch kranken und pflegebedürftigen Menschen.
Die angemessene Versorgung dieser Menschen wiederum bedeutet eine Herausforderung für das Gesundheitssystem – das schon jetzt oft genug an seine Grenzen stößt. Wer also das große Glück hat, vital bis ins höhere Alter sein Leben selbst bestreiten, autark leben und damit ein zufriedenes Seniorendasein genießen zu können, erfüllt sich damit nicht nur einen persönlichen Wunsch, sondern erreicht – quasi nebenbei – gleichzeitig sogar auch Positives für die Gesellschaft – eine echte win-win Situation sozusagen.
Da sich die Wissenschaft des Themas Longevity mehr und mehr annimmt, eröffnen die aus Untersuchungen und Studien hervorgehenden Erkenntnisse rund um das Thema Altern, das bessere Durchdringen und Verstehen der ineinandergreifenden Prozesse und die Wirkung unterschiedlichster Einflüsse gleichzeitig auch neue Möglichkeiten und Chancen, Alterungsprozesse zu verlangsamen oder sogar positiv zu beeinflussen.
Longevity – welche Einflüsse spielen eine Rolle?
Wie lange wir leben und wie gesund wir dabeibleiben, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Unter anderem hat unsere Genetik darauf Einfluss, denn unsere Gene bestimmen mit, wie widerstandsfähig unser Körper ist, wie schnell sich Zellen regenerieren und wie hoch unsere Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten ist. Eine aber noch größere Rolle spielt jedoch unser eigener Lebensstil. Hier sind vor allem die Ernährung, ausreichende Bewegung, erholsamer Schlaf und der Umgang mit Stress von Bedeutung, denn dies sind Faktoren, die sich unmittelbar auf die Zellerneuerung, den Hormonhaushalt und die allgemeine Gesundheit auswirken. Auch Umwelteinflüsse prägen unsere Langlebigkeit, denn die uns umgebenden Bedingungen wie saubere Luft und wenig Schadstoffbelastung, aber auch ein stabiles soziales Umfeld sowie ein Gefühl von Sinn und Zugehörigkeit tragen nachweislich zu einer stabilen Gesundheit bei.
Nicht zu vergessen ist natürlich auch der medizinische Fortschritt, der mit gezielter Prävention, personalisierten Therapien und neuen Erkenntnissen über Stoffwechsel- und Entzündungsprozesse eine Reihe von Möglichkeiten eröffnet, die die Chancen erhöhen, länger gesund leben zu können.
Longevity – welchen Einfluss haben die Wechseljahre
Die Wechseljahre sind auch in Bezug auf Longevity eine besonders belastende Lebensphase, denn sie bringen eine Vielzahl von deutlichen körperlichen, aber auch psychischen Veränderungen mit sich. Der sich in der Zeit des Wechsels verändernde Hormonhaushalt, der in dieser Phase vor allem die Hormone Östrogen und Progesteron betrifft, hat weit mehr Auswirkungen, als nur die auf den weiblichen Zyklus. Mit der Menopause verändert sich der gesamte Stoffwechsel, was das Risiko für
Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöht, die Knochendichte negativ beeinflusst und eine schnellere Alterung von Haut und Bindegewebe begünstigt.
Auf zellulärer Ebene bedeutet die hormonelle Veränderung zudem, dass Regenerationsprozesse verlangsamt werden und oxidativer Stress stärker wirksam ist. Das macht mehr als deutlich, dass die Wechseljahre auch eine Art gesundheitlichen Wandel bedeuten, der entscheidend für die weitere Lebensqualität sein kann und dass es darum von entscheidender Wichtigkeit ist, in dieser besonderen Phase ganz bewusst auf den eigenen Körper zu achten und den Lebensstil den Anforderungen des Körpers anzupassen.
Longevity – welche Anforderungen entstehen durch die Wechseljahre
Sowohl physisch, als auch psychisch sind die Wechseljahre eine große Herausforderung nicht nur für die Frauen selbst, sondern auch für ihre Körper. Um nicht nur die typischen Symptome der Wechseljahre wie Schweißausbrüche, Hitzewallungen, Schlaflosigkeit usw. zu verbessern, sondern gleichzeitig auch den Körper zu stärken, sind eine ausgewogene, vitalstoffreiche Ernährung zur Unterstützung des Stoffwechsels sowie zur ausreichenden Versorgung von Knochen und Muskeln mit den nötigen Nährstoffen ein Muss.
Zudem sollte darauf geachtet werden, dass regelmäßige Bewegung zum einen in Form von Krafttraining in den Alltag integriert wird, um dem altersbedingten Muskel- und Knochenabbau entgegenzuwirken, und zum anderen als Ausdauertraining, um das Herz-Kreislauf- System besser zu schützen. Da dauerhafte mentale Belastung die verschiedenen Entzündungsprozesse im Körper fördert und verstärkt sowie den Alterungsprozess beschleunigt, ist auch das Thema Stressbewältigung von zentraler Bedeutung und der gesunde Umgang mit Stress gehört auf jeden Fall zu den entscheidenden Maßnahmen.
Und wenn wir schon bei der psychischen Gesundheit sind: Oft wird der Alltag und wie wir ihn gestalten im Hinblick auf unsere Psyche unterschätzt. Denn das soziale Kontakte, erfüllende Aktivitäten, Sinnhaftigkeit in unserem Tun sowie der achtsame Umgang mit uns selbst für ein seelisches Gleichgewicht sorgen, und damit auch unsere körperliche Widerstandskraft erhöhen, wird allzu oft vergessen.
Longevity – Können die Wechseljahre idealer Zeitpunkt zum Umdenken sein?
Die Auswirkungen der Wechseljahre auf die Longevity, also die Lebensdauer, sind ein komplexes Thema und können von vielen Faktoren beeinflusst werden. Die Wechseljahre bieten aber auf jeden Fall eine gute Gelegenheit, die eigene Gesundheit vollumfänglich zu betrachten und entscheidende Veränderungen anzugehen. Wer sich nicht schon vorher damit beschäftigt hat, für den können die Wechseljahre mit ihren vielen Herausforderungen und Veränderungen darum tatsächlich den idealen
Zeitpunkt einläuten, um den eigenen Lebensstil zu verändern und die Weichen für mehr gesunde Lebensjahre zu stellen.
Jetzt vorbeugen und später gesünder leben
Wer sich bewusst macht, dass gesundes Altern mit Lebensqualität auch das eigene Zutun braucht, kommt auch an gezielter Vorsorge und Prävention nicht vorbei. Da die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren leider ein erhöhtes Risiko für unterschiedliche Erkrankungen wie Osteoporose, Diabetes Typ 2 und Herz-Kreislauf-Probleme mit sich bringen, sollte spätestens jetzt die frühzeitige gesundheitliche Vorsorge in den Fokus rücken, da diese entscheidend für das weitere Leben sein kann.
Effektive Präventionsmaßnahmen, um Erkrankungs-Risiken entgegenzuwirken, können z.B. regelmäßige Check-ups sein, wie gezielte Knochendichtemessungen zur Vorbeugung von Osteoporose, Blutzucker-Checks zur Früherkennung von Diabetes Typ 2 oder auch regelmäßige Herz- Kreislauf-Untersuchungen. Sie helfen dabei, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen und damit sowohl zielgerichtet präventiv tätig zu werden, als auch sie noch rechtzeitig behandeln zu können.
Weitere wichtige Bausteine für ein gesundes Altern sind Ernährung und Bewegung: Regelmäßige Bewegung, eine ballaststoffreiche Ernährung und ein bewusster Umgang mit Stress tragen nicht unwesentlich dazu bei, die Gesundheit und Widerstandskraft zu stärken und erhöhen die Chancen, mehr Lebensjahre gesund zu erleben.
Longevity – Prävention in den Wechseljahren
Untersucht man die Auswirkungen der Menopause auf die Lebenserwartung, erfordert dies eine ganzheitliche Herangehensweise, da unterschiedliche Faktoren Einfluss auf die Gesundheit im Alter nehmen können. Für alle, die ihren eigenen Status ganz genau unter die Lupe nehmen wollen, nachfolgend einige medizinische Analysen und Untersuchungen, die möglicherweise detaillierteren Aufschluss und Handlungshinweise geben könnten:
- Genetische Analysen in Form von Tests, können helfen, genetische Faktoren zu identifizieren, die
Einfluss auf die Gesundheit im Alter haben könnten. - Bestimmung von Blutzucker und Insulinspiegel helfen, das Diabetesrisiko zu überwachen und
frühzeitig gegenzusteuern. - Ein Cholesterinprofil kann Aufschluss über die aktuelle Herz-Kreislauf-Gesundheit geben und kann
sich insbesondere zur Bewertung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen eigenen. Auch
regelmäßige Blutdruckmessungen können zur Überwachung der Herzgesundheit vorgenommen
werden. - Messungen der Knochendichte können eine recht sichere Bewertung des Osteoporoserisikos
liefern. - Coaching/ Ernährungsberatung zur Analyse des Lebensstils, einschließlich Ernährung,
Körperfettanteil und Muskelmasse, körperlicher Aktivität sowie Rauchgewohnheiten und
Alkoholkonsum, helfen, das Verbesserungspotential zu erkennen und auszuschöpfen. - Die Bestimmung des Hormonspiegels kann insbesondere im Hinblick auf Östrogen, Progesteron
und Testosteron sowie Cortisol und DHEA Aufschluss über hormonelle Veränderungen während der
Menopause geben.
In bestimmten Fällen kann sich auch eine Hormontherapie als sinnvoll erweisen, wenn diese individuell abgestimmt das Risiko bestimmter Erkrankungen senken kann. Dies sollte aber vorher gut abgewogen werden.
Weiteren Aufschluss können im Bedarfsfall auch komplette Blutbilder (zur Bewertung von Blutzellen) inkl. Leber- und Nierenfunktionstests sowie Messungen von Entzündungsmarkern geben. Darüber hinaus sollten sämtliche Vorsorgeuntersuchungen regelmäßig wahrgenommen werden, um
mögliche Veränderungen frühzeitig mit ärztlicher Unterstützung abzuklären. Was, wann, wo…das entscheidet am Ende natürlich jede Frau selbst. Wichtig dabei ist nur, dass sie nicht aus den Augen verliert, dass Ihr Handeln in den Wechseljahren, ggf. die Weichen für ihr Leben im Alter stellen könnte.
