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Vorzeitig in den Wechseljahren – Tipps und Tricks Teil 2

Sie fühlen sich oft energielos, schlapp und leiden regelmäßig unter Hitzewallungen? Sind das schon die Wechseljahre? Jetzt denken Sie vielleicht: „Ich bin doch noch viel zu jung“. Doch die Beschwerden können auf eine vorzeitige Menopause hinweisen. Woran Sie das erkennen und was die Ursachen sind, erfahren Sie hier. Außerdem gibt es Tipps, wie Sie Beschwerden lindern können.

 

Was bedeutet vorzeitige Wechseljahre?

Bei etwa ein Prozent der deutschen Frauen treten die Wechseljahre schon früher als normal auf. Das heißt die Beschwerden kommen zehn bis fünfzehn Jahre eher als gewöhnlich. Häufig tritt die Menopause um das 50. Lebensjahr auf. Mediziner sprechen von vorzeitigen Wechseljahren, wenn die Funktion der Eizellen sich vor dem 40. Lebensjahr erschöpft und Frauen ihre letzte Regelblutung früher als normalerweise haben. Dieses Phänomen wird in der Fachwelt auch Klimakterium praecox bezeichnet. Übrigens, wenn die Periode ausbleibt, kann das schon ein Hinweis von einem Mangel an Hormonen sein.

 

Was sind die Symptome?

Die Symptome sind den typischen Wechseljahressymptomen sehr ähnlich und die Psyche kann ebenfalls negativ beeinflusst werden. So erleben diese Frauen ebenso Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Haut-, Gewichtsveränderungen, Schweißausbrüche, Darmprobleme oder Gelenkschmerzen. Zusätzlich kommt es durch den Hormonmangel beispielsweise von Östrogen zu Risiken wie Osteoporose, Demenz oder Herz-Kreislauf-Problemen. Insbesondere wenn die Ursache für die Beschwerden nicht rechtzeitig entdeckt wird, kann sich diese erhöhen.
Auch die Psyche kann durch die vorzeitigen Wechseljahre negativ beeinflusst werden. So verursacht der Hormonmangel Stimmungsschwankungen, stärkere Reizbarkeit oder depressive Verstimmungen. Zudem sind die oben genannten Symptome erst einmal irreführend und belasten emotional. Für die meisten Frauen ist es schwierig, mit dieser Hormonveränderung klarzukommen, insbesondere wenn noch ein Kinderwunsch vorhanden ist.

 

Diagnose von vorzeitigen Wechseljahren

Bei Auftreten der typischen Anzeichen ist es empfehlenswert, sich beim Frauenarzt oder Frauenärztin auf frühzeitige Wechseljahre untersuchen zu lassen. Nach dem obligatorischen Anamnesegespräch, wo mögliche Krankheiten, vorhergehende Eingriffe oder Therapien, wie zum Beispiel bei einer Krebserkrankung oder Schilddrüsenprobleme erhoben werden, bringt eine Blutuntersuchung mit der Messung des Hormonspiegels Gewissheit. Dabei wird die Östrogenkonzentration und andere Hormone im Blut gecheckt.

 

Ursachen für vorzeitige Wechseljahre

Warum Frauen vorzeitig in die Wechseljahre kommen, hat vielseitige Gründe. Diese können medizinischer oder genetischer Natur oder aber auch durch den Lebensstil bedingt sein. In vielen Fällen hat es medizinische Ursachen, wie beispielsweise durch die Entfernung der Eierstöcke bei einer Krebsdiagnose oder auch Operationen wie bei Endometriose. Zudem sind auch Strahlen- oder Chemotherapie mögliche Gründe für die Einstellung der Funktion der Eierstöcke.

 

Darüber hinaus ist Rauchen ein großer Risikofaktor und ein häufiger Anlass für einen frühzeitigen Beginn der Wechseljahre. Hier liegt es an dem enthaltenen Nikotin, dass die Gefäße schädigen und so die Blutversorgung der Eierstöcke reduzieren kann. So kommen Raucherinnen häufig ein paar Jahre eher in die Menopause als Nichtraucherinnen.

Außerdem können vorzeitige Wechseljahre durch genetische Veranlagung und familiär bedingt sein. Aber auch Stress, starkes Über- oder Untergewicht, intensives Training mit einer starken Verringerung der Fettmasse und ein hoher Alkoholkonsum beeinflussen ebenfalls den Hormonhaushalt. Ferner sind eher selten Autoimmun-, Stoffwechselerkrankungen, Virusinfektionen oder andere genetische Störungen Gründe für frühzeitige Wechseljahre. Bei vielen Frauen bleiben jedoch die Ursachen unentdeckt.

 

Tipps für Frauen mit vorzeitigen Wechseljahressymptomen:

Leider lässt sich auch die vorzeitige Menopause nicht aufhalten. Jede Frau ist anders veranlagt und weist eine bestimmte Anzahl an Eizellen auf. Sind es medizinische oder genetische Gründe für ein vorzeitiges Auftreten, lässt das sich nicht wirklich rückgängig machen. Liegt es an dem Lebensstil, gibt es ein paar Faktoren, die die hormonelle Balance beeinflussen lässt. Mit diesen Tipps für einen gesunden Lebensstil können Symptome und Krankheitsrisiken reduziert werden.

 

Normalgewicht anstreben
Extreme sind immer ungesund: Sowohl Über- als auch Untergewicht können zu hormonellen Ungleichgewichten führen und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Es ist wichtig, ein gesundes Körpergewicht anzustreben und den Organismus mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen, um hormonelle Störungen zu vermeiden.

Ausgewogen essen
Dank einer gesunden, pflanzenbasierten Ernährung mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, ballaststoffreichen Vollkornprodukten, Pilzen, Nüssen, fettreichem Fisch und zuckerarmen Obst, werden Sie ausreichend mit Nährstoffen versorgt. Frisch kochen mit saisonalen Produkten ohne hochverarbeitete Lebensmittel und wenig Fleisch, sorgen für ein normales Gewicht und das wiederrum zu einem ausgeglicheneren Hormonhaushalt.

 

Phytohormone zum Essen
Zudem gibt es zahlreiche Lebensmittel die hormonähnlichen Stoffe enthalten und dabei helfen, eine Hormondysbalance zu reduzieren. Beispielsweise befindet sich natürliches Progesteron in Linsen, Buchweizen, Yamswurzeln, Hafer oder Ananas. Phytoöstrogene, wie Isoflavone oder Ligane, sind zum Beispiel in Soja, Fenchel, Granatapfel, Rotklee, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Leinsamen, Sesam oder Kürbiskerne enthalten. Diese können den Östrogenspiegel sanft erhöhen.

 

Moderater Sport unterstützt
Regelmäßige Bewegung und moderater Sport unterstützen die Hormonregulierung und halten den Körperfettanteil auf einem normalen Level. Wichtig ist hier, dass das Training nicht zu hart wird. Trainieren Sie zu stark und wird dabei die Fettmasse zu sehr reduziert, kann der Hormonhaushalt aus dem Gleichgewicht geraten und es zu einem Abbau von Hormonen kommen.

 

Nicht Rauchen und Alkohol meiden
Laut Studien ist Rauchen ein großer Faktor für frühzeitige Wechseljahresbeschwerden. Deswegen ist hier der komplette Verzicht und das zeitnahe Aufhören zu empfehlen.

Auch das Trinken von zu viel Alkohol kann die Funktion der Eierstöcke und die Produktion der Hormone einschränken. Es wird für eine gesunde Frau empfohlen nicht mehr als ein Standardglas Alkohol am Tag zu trinken. Das sind etwa 100 Milliliter Wein oder 250 Milliliter Bier. Grundsätzlich gilt: Es sollte an mindestens zwei besser drei Tagen in der Woche gar kein Alkohol getrunken werden.

 

Stressabbau
Die beiden Hormone Östrogen und Progesteron verhindern, dass ein zu hoher Spiegel an Stresshormonen uns ärgert. Werden zu wenig von diesen Schützern produziert, kann zu viel Stress die Wechseljahresbeschwerden noch verstärken und zu Stimmungsschwankungen sowie andere gesundheitliche Probleme für das Herz-Kreislauf-System führen. Yoga, Meditation, Atemübungen und mehr Achtsamkeit im Alltag, bauen Stress ab und führen zu mehr Entspannung.

 

Mehr Gelassenheit
Leider wird uns früher oder später die Wechseljahre einholen. Wichtig ist diese zu erkennen und gegebenfalls möglich Risiken, die entstehen entgegenzuwirken. Auch wenn die Hormone verrückt spielen, ist eine gewisse Gelassenheit empfehlenswert, um nicht sich damit noch mehr zu stressen.

 

Hormonersatztherapie kann helfen
Häufig bekommen Frauen mit vorzeitigen Wechseljahresbeschwerden Hormonpräparate. Eine Hormonersatztherapie kann bei Bedarf Symptome lindern und die Risiken reduzieren.
Lassen Sie sich hierbei von Ihrer Gynäkologin oder Ihren Gynäkologen beraten.

 

 

Wechselweiber-Team
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