Alle Jahre wieder – Weihnachtsstress (in den Wechseljahren)

Gefühlt waren wir doch alle gerade noch im Sommerurlaub und schon ist Ende November und am Himmel ziehen bedrohliche Wolke auf, denn die Adventszeit steht vor der Tür. Adventskalender, Nikolaustüten, Weihnachtsgeschenke und Weihnachtsessen…. all das löst schon nur beim Gedanken daran, Stress bei vielen von uns aus.
Geht es Ihnen genauso? Wenn ja, dann haben wir ein paar Fakten zum Stress und insbesondere zum Weihnachtsstress zusammengestellt und zeigen Ihnen auch ein paar Tipps, um aus der Stress-Spirale auszusteigen.

 

Was ist Stress, woher kommt er und was bewirkt er?

Stress ist eigentlich eine überlebenswichtige körperliche Reaktion auf Reize von außen. Die Betonung dabei liegt auf eigentlich…

Als wir Menschen noch in der Höhle gelebt haben und der Säbelzahntiger vor dieser stand, schaltete das menschliche System in den Stressmodus um. Es ging um das Überleben – meist nicht nur des eigenen, sondern auch das der gesamten Familie. Der Körper schüttete jede Menge Stresshormone wie Adrenalin und Cortisol aus. Diese bewirkten, dass der Blutdruck und der Herzschlag stieg, die Muskulatur in Anspannung versetzt wurde, die Verdauung und der Sexualtrieb heruntergefahren wurden. Stuhlgang und Fortpflanzung standen in lebensbedrohlichen Situationen nicht auf Rang eins der To-Do-Liste. Es ging um Kampf oder Flucht, wir konnten blitzschnell reagieren und liefen zur körperlichen Höchstform auf. Wenn wir den Säbelzahntiger vertreiben konnten und es keine Verletzten gab, waren wir automatisch wieder im Normalmodus: Blutdruck und Herzschlag gingen wieder runter, der Muskeltonus normalisierte sich, die Verdauung kam in Gang und der Fortpflanzungstrieb war auch wieder da. Auf Anspannung folgte Entspannung.

Diesen grundsätzlichen Mechanismus haben wir noch immer in uns. Jedoch geht es – Gott sei Dank – in den seltensten Fällen ums Überleben und – leider – kommt es danach häufig nicht zur Erholung. Heute sind unsere Stresssituationen oftmals chronisch, d. h. wir haben dauerhaft zu viele Stresshormone in unserem Körper – mit weitreichenden Folgen wie:

  • Verdauungsprobleme
  • Ein- und Durchschlafprobleme
  • Reduzierung der Libido
  • Leistungsminderung
  • v. m.

Die Ursachen für chronischen Stress können individuell verschieden sein. Grundsätzlich geht er damit einher, dass uns ein permanentes Gefühl der Überforderung plagt und wir glauben, einer Aufgabe nicht gewachsen zu sein.
Dies umfasst alle unsere Lebensbereiche. So können finanzielle Sorgen, Angst um den Arbeitsplatz, Beziehungsprobleme und familiäre Streitigkeiten Auslöser für chronischen Stress sein.
Beim Weihnachtsstress handelt es sich um eine besondere Form des Stresses, außerdem kommt er on-top zur alltäglichen Lebens- und Stresssituation.

 

Was ist das Besondere am Weihnachtsstress?

Weihnachten – das Fest der Familie und der Besinnlichkeit…. Schön wär’s. Bei vielen von uns löst nur der Gedanke an die Vorweihnachtszeit und alle unsere To Do’s in dieser Zeit Stress aus.

Beim Weihnachtsstress kommen mehrere Dinge zusammen:

  • Die meisten von uns würden sagen, dass sie auch abseits von Weihnachten gestresst sind.
  • Die (zugegebenermaßen eigenen) Anforderungen und Vorstellungen von einem gelungenen Weihnachtsfest üben zusätzlichen Druck aus. Gerade wir Frauen sind häufig im Vergleich: Bei der Nachbarin oder Freundin „XY“ sieht alles immer so locker leicht aus, die Wohnung ist pünktlich zum 1. Advent weihnachtlich dekoriert, die Geschenke schon am 15.12. alle zusammen, das Weihnachtsessen geplant.
  • unterschwellige (zumeist familiäre) Konflikte treten gern an Weihnachten zu Tage bzw. manchmal eskalieren sie besonders in dieser Zeit.

Doch was können wir tun, um in diesem Jahr nicht wieder in das Weihnachtsstress-Karussell einzusteigen bzw. rechtzeitig auszusteigen?

Denken Sie dran, es muss auch hier nicht alles gleich umgesetzt und perfektioniert werden. Picken Sie sich ein oder zwei Empfehlungen heraus und versuchen Sie, diese umzusetzen. Nichts wäre schlimmer, als wenn Sie sich jetzt unter Druck setzen, um den Empfehlungen perfekt nachzukommen. Nehmen Sie sich vielleicht den Punkt heraus, der Sie am ehesten und meisten in Weihnachtsstress versetzt.

 

Wege aus der (Weihnachts-)Stressfalle

  • Adventskalender

Wie wäre es mit einem Familienadventskalender? Jedes Familienmitglied nimmt teil und besorgt eine gewisse Anzahl von Geschenken für den Kalender. Als Beispiel: Sie sind zu viert in der Familie, jeder besorgt 6 Dinge für den Kalender. Wann wer den Kalender öffnen darf, wird gelost.

  • Geschenke

Klar, wir hätten alle schon im Sommer damit beginnen können, Geschenke zu kaufen – haben wir aber in der Regel nicht…. Besprechen Sie mit Ihren Liebsten (auch mit den Kindern), dass Sie sich weniger schenken, z. B. nur 1 Geschenk pro Person.

Ich habe z. B. mit einer Freundin besprochen, dass nur noch wir beiden uns etwas schenken, nicht sie meinen Kindern und ich ihren. Bedeutet für jeden von uns zwei Geschenke weniger.

 

  • Planung der Feiertage

Nein, es muss nicht jedes Familienmitglied an den Feiertagen besucht werden. Überlegen Sie genau, wen Sie wirklich sehen möchten, wer Ihnen am Herzen liegt. Schalten Sie Ihr Pflichtgefühl aus. Das entspannt die Planung an den Feiertagen. Sie sollten nämlich auch zeitlich Raum für sich selbst haben: Der Schlafanzug bleibt an, mit der Decke und dem neuen Buch aufs Sofa – auch das sollte Weihnachten sein.

  • Aufgabenteilung an den Feiertagen

Nicht Sie müssen alles an den Feiertagen erledigen, kochen, aufräumen, putzen, vorbereiten. Alle Familienmitglieder möchten es Weihnachten schön und gemütlich haben, dann kann auch jede/r mit zupacken. Wer ist für was zuständig? Setzen Sie sich schon jetzt zusammen und verteilen Sie die Aufgaben. Wer kauft ein, wer putzt, wer räumt auf etc.

  • Konfliktaustragung vermeiden

Weihnachten – das Fest der Liebe? Meist schon, aber oftmals treten schwellende Konflikte an den Feiertagen zu Tage. Wenn Sie z. B. eine Konfliktperson ausmachen können, meiden Sie diese an den Feiertagen oder aber sprechen Sie im Vorfeld an, dass es Themen gibt, über die Sie an Weihnachten nicht sprechen möchten und vereinbaren Sie, diese im Januar anzugehen.

  • Erwartungen herunterschrauben

Das finde ich fast am schwierigsten. Sagt sich nämlich so einfach. Sagen Sie sich immer wieder „Es muss nicht alles perfekt sein“, das entspannt. Sprechen Sie mit Ihren Liebsten darüber und gleichen Sie die Erwartungen ab. Sie werden erstaunt sein, wie unterschiedlich die Vorstellungen der anderen zu Ihren eigenen sind. Auch sollten Sie Social-Media-Kanäle in der Weihnachtszeit meiden – dort wird einfach vieles zu perfekt und makellos dargestellt.

Denn eigentlich freuen wir uns ja auf Weihnachten. Wir verbringen viel Zeit mit der Familie und Freunden – alle Menschen, die wir lieb haben und die uns wichtig sind. Weihnachten ist auch die Zeit, dankbar auf das Jahr zurückzublicken und zu resümieren, was das Jahr für uns bedeutet hat.

In diesem Sinne, wünsche ich Ihnen eine stressfreie Advents- und Weihnachtszeit und freue mich, wenn Sie mir berichten, welchen Stressfallen Sie entkommen möchten.

 

Ihre Stefanie Möller-Peske

Stefanie Möller-Peske

Stefanie Möller-Peske

Frau Möller-Peske ist Heilpraktikerin in Hamburg-Eimsbüttel und hat unter anderem den Schwerpunkt Wechseljahre.
moeller-peske.com

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