Warum leben Frauen nach der Menopause weiter?

Warum fallen wir nach der Menopause nicht einfach tot um wie die Fliegen?

Sind Sie ob dieser Frage jetzt genauso empört wie ich? Kann ich verstehen! Denkt man aber etwas intensiver darüber nach, so ist diese Frage durchaus berechtigt. Schließlich können wir mit Abschluss der Menopause keine Kinder mehr gebären. Warum also leben wir jahrzehntelang weiter, wenn die Weibchen vieler anderer Arten sterben, nachdem sie die Fähigkeit zur Fortpflanzung verloren haben?

Es muss einen enormen evolutionären Vorteil geben, der das Leben von Frauen nach der Menopause so wertvoll macht, dass sie tatsächlich sechs bis acht Jahre länger leben als Männer auf der ganzen Welt! Aber was kann das sein?

Die Großmutter-Hypothese

Die Großmutter-Hypothese ist die populärste Erklärung und argumentiert, dass eine lange Lebensspanne nach der Menopause sinnvoll ist, weil eine Großmutter das Überleben und die Fortpflanzung ihrer Enkelkinder sichern kann. Ältere Frauen werden also von der Evolution bevorzugt, weil sie das menschliche Überleben verbessern.

Böse Stimmen munkeln, dass wir so lange leben, damit wir den Ehemann nach seinem ersten Marathon in der Midlifecrisis wieder gesund pflegen können.

Aber egal aus welchem Grund auch immer wir weiterleben, ich finde es gut und richtig. Das haben wir uns nach der Menopause redlich verdient, nach all den Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und etlichen Kilos mehr auf den Hüften!

Die Freiheit der Wechseljahre

Die Menopause hatte ja noch nie einen guten Ruf, weder bei Frauen noch bei Männern. Erst  1821 wurde der Begriff „Menopause“ von einem französischen Arzt geprägt. Im Volksmund wurde die Menopause auch als „Frauenhölle“ und „Sextod“ bezeichnet. Sigmund Freud empfand Frauen in den Wechseljahren als „streitsüchtig, ärgerlich und anmaßend“.

In der heutigen Zeit beginnen wir Frauen endlich, die Wechseljahre und Menopause aus einem neuen Blickwinkel zu sehen. In der Serie „Fleabag“ gibt es einen Barhocker-Dialog der 58-jährigen Schauspielerin Kristin-Scott Thomas (KST) mit einer Dreiunddreißigjährigen über die Freiheit der Wechseljahre, den ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

KST: „Wie alt sind Sie?“

33: „Dreiunddreißig.“

KST: „Oh je. Keine Sorge, es wird besser!“

33: „Versprochen?“

KST: „Versprochen!“

KST: „Uns Frauen ist der Schmerz von Geburt an eingebaut worden. Das ist unser körperliches Schicksal. Periodenschmerzen oder die Brüste tun weh oder die Geburt, Sie wissen schon. Wir schleppen das immer in unserem Inneren mit, unser ganzes Leben.

Männer nicht! Darum werden sie kreativ, erfinden all diese Götter und Dämonen und Dinge damit sie sich schuldig fühlen können, was etwas ist, das wir Frauen problemlos alleine schaffen. Und dann beginnen sie Kriege, damit sie Dinge empfinden und sich anfassen können. Und wenn es keine Kriege gibt, dann spielen sie Rugby.

WIR HABEN DAS GANZE HIER IN UNS DRIN. ALLES! Wir haben regelmäßig Schmerzen für Jahre und Jahre und Jahre. Und dann, wenn du auf einmal das Gefühl hast du kannst mit all dem Frieden schließen, was dann? Dann kommen die Wechseljahre. Die verdammten Wechseljahre kommen! Und das ist mit Abstand das beschissen Wundervollste auf der Welt und ja, dein gesamter Beckenboden fällt in sich zusammen und dir ist verflucht heiß und keinen Menschen interessiert’s, ABER DANN … BIST DU FREI! Nie wieder eine Sklavin. Nie wieder eine Maschine die funktioniert. Du wirst zu einem Menschen.

33: „Ich habe gehört es ist grässlich.“

KST: „Es ist grässlich! Aber dann wundervoll! Kann man sich drauf freuen!“

Mir gefällt diese Sichtweise. Nach den Wechseljahren (manchmal auch schon vorher) sind wir frei! Die ersten 50 Jahre unseres Lebens sind zwar vorbei, aber die nächsten 50 liegen noch vor uns. Also ziemlich genau dieselbe Zeitspanne in völliger Freiheit, aber mit unendlich wertvollen Erfahrungen aus den ersten 50 Jahren.

Wir können sein wer wir sein wollen. Wir können unsere Träume verwirklichen und Pläne machen. Wir können neu beginnen und unser Leben genießen. Fangen wir endlich damit an!

Liebe Leserinnen, was machen Sie mit ihrer neu gewonnenen Freiheit? Ich freue mich auf Ihre Kommentare. 

Valérie

Valérie

Valerie Müller ist Ü-40 Bloggerin, PR-Beraterin, begeisterte späte Mutter und die Herausgeberin und Autorin von Life40up!
life40up.de

5 Kommentare zu: »Warum leben Frauen nach der Menopause weiter?«

  1. Liebe Valérie, liebe Mitleserinnen
    Ich habe mit meinen knapp 55 Jahren bereits Erfahrung mit diversen Symptomen der Wechseljahre.
    Zeitweise dachte ich, dass ich es nicht mehr schaffe, so zu leben. Dank den vielen wertvollen Beiträgen von Leidensgenossinnen in diesem Blog, fasste ich immer wieder neuen Mut. Danke dafür.
    Ich geniesse meine neue Freiheit auch sehr. Nicht immer alles „müssen „ und auch mal Nein sagen dürfen ist sehr befreiend.
    Meine Kinder so erwachsen und selbstständig zu erleben erfüllt mich mit einer tiefen Freude und Dankbarkeit. Es geht uns doch gut und wir können trotz Corona vieles erleben und erledigen. Ich versuche positiv zu bleiben und die kleinen Dinge im Alltag zu geniessen.
    Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und immer eine Portion Humor im Gepäck.
    Herzlichst Athina

  2. Noch bin ich mitten drin.seit 14 jahren. Eest super mit Hormone, da Schlaganfall und keine Hormone mehr. Jetzt wieder volle Kanne alles da: Hitzewallungen, Depressionen und das Schlimmste, seit zwei Jahren Schwindel. . „neurologisch alles ok“. Was gibts da noch für Freude?

    1. Absolut keine Freude mehr. Mit dem Beginn der Wechseljahre ist die Freude vorbei. Vorbei mit dem Leben. Am besten allem einfach ein Ende setzen. Ich werde es heut tun. ICH KANN ICHT MEHR. Ich habe keine Ahnung, wie andere Freuen das überleben, ich jedenfalls nicht. Noch ein Tropfen Blut, noch eine Minute Unterleibskrämpfe. und ich bringe mich um.

  3. Ich werde nach den Wechseljahren nicht mehr leben. Ich werde die Wechseljahre nichteinmal mehr ÜBERleben.

    Ich kann nicht mehr.
    Blutungen ohne Ende, mittlerweile fast ohne Pause. Mit Glück mal ein Tag, ein halber Tag. Dann gehts wieder los. Urplötzlich wieder Blut im Höschen. Ich kann nicht mehr vor die Tür, hocke nur noch zuhause rum, weil ich nie vorher weiß, ob der Blutschwall wieder urplötzlich losgeht. DAS IST DOCH KEIN LEBEN MEHR!
    Kaum eine Pause mehr von den Unterleibskrämpfen, tagein tagaus dieser Druck da unten. Ich mag nicht mehr gerade stehen, ich kann mich beim arbeiten nicht kozentrieren, DAS IST DOCH KEIN LEBEN MEHR!
    Und es nimmt alles kein Ende. Bin knapp 53, seit Jahren wird die Periode immer schlimmer, stärker und länger, UND KEIN ENDE IN SICHT.
    WER SOLL DENN SO LEBEN?
    Im Internet nichts als unnütze Ratschläge. „Kein Stress.“ Ja, und wer verdient das Geld für mich????? „Gesunde Ernährung.“ Also soll ich neben all den Qualen auch noch auf all das verzichten, was manchmal zwischendurch lecker ist? Mich nur noch von trockenen Salatblättern ernähren oder was? Genau die Pizza, die zwischendurch der Seele mal sooooooooo guttut, einfach weglassen? Toller Tipp!!!!! Verzichte auch noch auf das allerletzte bisschen Spaß im Leben?????
    ICH KANN NICHT MEHR.
    Ich habe keine Hoffnung mehr, dass dies jemals ein Ende nimmt, und wo ich im Internet auch suche, nichts als leere, unnütze Ratschläge.
    Ende mit dem Leben. „Warum leben Frauen nach der Menopause weiter?“ WAS FÜR EIN HOHN!!!!! Ich werde diesem leben jetzt ein Ende setzen, ich werde nicht mal mehr abwarten, bis die Wechseljahre überhaup richtig einsetzen – diese Dauerperiode und Endlosunterleibsschmerzen nehmen nie ein Ende.
    Dieser Artikel sollte korrekt lauten: „Warum ÜBERLEBEN Frauen die Menopause!!!!!!!!!!!!“

  4. ich leide mit euch. hab nach drei jähren derart die schnauze voll und dass obwohl ich noch Hormone nehme . ohne die hat ich mir schon längst den strick genommen. und was für eine Odyssee bei arroganten Ärzten , damit man auch jegliche Beschwerde abgeklärt hat. verdammt ich bin erst 46 und schlag mich mit der scheisse schon seid 3 jähren rum.

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