Klimakterische Früchtchen

Was haben Äpfel, Aprikosen, Avocados, Bananen, Birnen, Feigen, Mangos, Nektarinen, Pfirsiche, Pflaumen und Tomaten gemeinsam?
 Sie sind lecker, richtig, aber sie gehören zu den klimakterischen Früchten! „Klimakterische Früchte“ – das haben Sie noch nie gehört? Ich bisher auch nicht!

Über Silvester war ich wieder bei meinen Freunden in der Schweiz (herrlich, anderthalb Meter Schnee und blauer Himmel).
 Mein Freund erzählte von den klimakterischen Früchten, und ich wurde sehr hellhörig. (Können Sie sich bestimmt denken.) Also, nachschauen.

„Bei Pflanzen ist das Klimakterium ein Prozess, der durch den Anstieg der Atmung angeregt wird. Es entstehen biochemische Veränderungen, bei der Gase entstehen, die anschließend wieder abgegeben werden und so stimulierend auf andere Früchte wirken, die dann ebenfalls nachreifen.“ So Wikipedia.

Sie haben richtig gelesen: NACHREIFEN.

Ist das nicht toll? Wir Frauen im Klimakterium reifen nach. Dann könnten wir auch sagen, wir sind nicht nur in der zweiten Pubertät, sondern wir machen auch zum zweiten Mal unsere Reifeprüfung.

 

Die letzten Jahre habe ich mich oft gefragt, warum muss ich jetzt da durch? Kann es nicht endlich einfach vorbei sein?
Aber jetzt? 
Ich reife nach! Das ist für mich ein wunderbares Bild. All das Gute in mir wird mit der Zeit noch besser. Das merke ich auch. Ich werde immer klarer, sicherer, ich weiß endlich, was ich will, und ich lerne mich abzugrenzen. Außerdem kann ich meinen Körper endlich wieder annehmen. Die schlaffere Haut, den etwas dicker werdenden Bauch, die Falten im Gesicht und vieles mehr. Ich glaube, Sie wissen, wovon ich rede.

Im Moment habe ich einfach eine positive Haltung zu den Wechseljahren. Ok, manchmal nerven die Hitzewallungen schon, wenn ich klitschnass vor meinen Schülern stehe, aber ganz tief in mir weiß ich, es ist so wichtig, Antonia, es wird alles gut.

Und wenn ich der Definition glaube, kann ich stimulierend auf andere Frauen wirken.
In unserer Schule z.B. kommen manche Kolleginnen zu mir: Hey Antonia, du bist doch schon in den Wechseljahren, wie ist das mit den Wallungen, was kann ich tun?
 Oder wir nehmen uns nur kurz in die Arme, damit wir spüren, hey du bist nicht allein. Dann lachen wir eine Runde und schon ist der Tag gerettet.

Und wenn ich ganz viel Glück habe, kann ich Ihnen vielleicht auch ein bisschen Mut zum Nachreifen geben. 
Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin nicht allwissend, und wenn Sie starke Beschwerden haben, sollten Sie einen Arzt konsultieren, aber ich möchte Mut machen.

Sehen Sie die Wechseljahre positiv! Ich glaube ganz fest daran, dass es sich lohnt.

Bei Äpfeln, Birnen, Nektarinen und Co ist es ja auch so. Sie werden immer leckerer, auch wenn die äußere Hülle ein bisschen nachlässt.

In diesem Sinne: Liebe Grüße und guten Appetit

Ihre Antonia

 

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.