„Yes, we can!“ Aber wollen wir auch?

Ich will nicht mehr!
Bei einem meiner Arbeitgeber – ich bin freischaffend – habe ich fünfzehn Jahre nett gelächelt und zu allem Ja gesagt. Bloß nicht auffallen, sonst bist du draußen. Außerdem wollte ich als nette, umgängliche Kollegin gelten. Ich wollte gemocht werden!

Bin dann mal weg!
Auch wenn der Jobwechsel nicht immer geplant ist, kann er doch sein Positives haben…

Die Folge: Oft bin ich mit Bauchschmerzen zur Arbeit gegangen.
Habe meinen Mund gehalten, wenn mir gesagt wurde, du bist das Letzte. Einfach schlucken, sonst bist du ganz raus. Augen zu und durch. Du brauchst den Job!

Und dann kam das Frühjahr und eine Einladung zu einem Gespräch mit meinem Chef: Frau K., sie wissen ja, dass wir ziemlich viel Geld im nächsten Jahr sparen müssen, d.h. wir müssen Stellen einsparen und leider müssen wir uns von ihnen trennen.

Das kam so aus dem Nichts. Ich war zu einem Gespräch geladen und dachte, okay, mein Chef will mit mir über meine soziale Situation reden. Seine Sekretärin hatte mir am Telefon auch schon gesagt, dass er mit jedem Mitarbeiter reden wird. Und dann das. Super!

Es folgten lange Verhandlungen, in denen er mich als Lügnerin hinstellte (das konnte ich zwar nach Gedächtnisprotokoll widerlegen), aber wem wird eher geglaubt? Dem Chef –  oder der kleinen Angestellten?

Heute bin ich mit mir und der Situation im Reinen. Es ist okay so. Am 31.12. war mein letzter Arbeitstag und ich habe mich sogar drauf gefreut. Hört, hört! Ja!

Nachdem ich endlich gemerkt hatte, dass ich das Problem bin, dass ich alles mit mir machen lasse, dass ich keine Grenzen zeige, dass ich nicht nein sage (ob laut oder leise ist egal) sagte ich endlich nein. Ich hatte meine Grenzen gezeigt. Klar kam es daraufhin nochmal zu einer „Machtdemonstration“ meines Chefs (wie klein kann man sich als Chef eigentlich machen?), aber ich konnte es für mich erkennen und einfach nur in mich hinein lächeln.

Ich bin jetzt 52 Jahre alt und ich möchte jetzt mein Leben leben. Klar will ich immer noch gemocht werden (wer will das nicht?), aber eben nicht mehr um jeden Preis. Ich fange an, an mich zu glauben und zu mir zu stehen. Und wissen Sie was? Das Leben wird so viel leichter und macht viel mehr Freude. Heute frage ich mich: Antonia, ich weiß, du kannst das, aber willst du es auch wirklich? Und wenn ich dann aus vollem Herzen „Ja“ zu mir sage, mache ich es auch.

Wie schon gesagt:
Yes, we can!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein ganz tolles 2015!
Ihre
Antonia ☺

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