Gast-Erfahrungsbericht (Teil 1): Wechseljahre? Oder was war mit mir los?

Manchmal ist es ganz schön schwer zu beschreiben was mit einem los ist, vor allem dann, wenn man es selber gar nicht greifen kann. Ich habe einige Zeit gebraucht, um dahinter zu kommen und möchte euch davon berichten. Bestimmt erkennt sich so manch eine darin wieder. Diesen Frauen kann ich nur sagen: „Kopf hoch — es geht weiter — es dauert nur ein kleines bisschen“

Seit 1994 bin ich nun schon total operiert. Ich freute mich sogar darauf – endlich nicht mehr die ollen Regelschmerzen und die anderen Begleiterscheinungen. Freute mich auf schwimmen gehen können, wann ich es wollte und vieles mehr. An Wechseljahre hatte ich zwar gedacht, aber doch bitte nicht mit 32 Jahren.

Meine gute Laune hielt sehr lange an und mein Körper machte mir keine Schwierigkeiten. Es ging ohne Beschwerden in ein fröhliches Leben weiter. Bis – tja, bis ich 2007, also mit 45 so komische „Allüren“ bekam, nicht sofort, aber so innerhalb von 2–3 Monaten. Mein Frauenarzt meinte, dass sich das wieder lege, ich solle mir mal keine Sorgen machen. Irgendwie wurde es aber immer komischer.

Hmmmm – was war los mit mir? Ich fing an zu heulen wenn ich eine traurige Situation mitbekam, Hitzewellen, schwindelig am Morgen, irgendwie taten mir alle Gelenke weh und meine Figur entwickelte auch auf einmal ein Eigenleben. In meinem Kopf fingen Stimmen an mit mir zu reden, Menschen, mit denen ich seit Jahrzehnten keinen Kontakt mehr hatte. Und ich fing an zu verzweifeln. Meine Kinder meinten, das ich eine extrem andauernde schlechte Laune hätte, die wäre ja schlimmer als in der Zeit (10 Jahre zuvor) als ich aufgehört hatte zu rauchen.

Ich bin zum Hausarzt gerannt: „Hilfe Doctore, ich drehe ab!“ Es wurde Blut abgenommen und diverse anderer Tests gemacht. „Es sind wohl Ihre Nerven, vielleicht ein wenig arg überarbeitet.“ Da ich ein kleines gut gehendes Geschäft habe, glaubte ich ihm. Ich nahm also meine Blutdruckmittel, meine Beruhigungspillen und obendrauf noch das Mittelchen zur Muskelentspannung. Von dem Tag an lief ich herum wie eine Schlafwandlerin. Ich kam morgens nicht aus dem Bett und wenn ich eine Gelegenheit fand mich zu verdrücken zum Schlafen, dann tat ich es auch.

Dann kam mein Termin beim Frauenarzt. Sie fand mich ein wenig „apathisch“ aber ansonsten wäre ja alles fein. Meine Hormone seien ein wenig „angespannt“ – was immer sie damit auch meinte — aber das würde sich auch wieder so legen. Ich fuhr also wieder nach Hause direkt in mein Bett. Vom vielen liegen bekam ich natürlich Rückenschmerzen und meine Figur passte sich dem breiten Bett an. Ich stand neben mir, war zu nichts mehr zu gebrauchen, weil der Körper sich an das viele Schlafen gewöhnt hatte. Ausgehen oder Feierlichkeiten besuchte ich schon gar nicht mehr, war mir alles zu viel…

In Teil  2 geht’s weiter,
es grüßt ganz herzlichst
eure Johanna

5 Kommentare zu: »Gast-Erfahrungsbericht (Teil 1): Wechseljahre? Oder was war mit mir los?«

  1. Guten Morgen zusammen.
    Es ist schon irre wie die hormonelle Umstellung sich bemerkbar machen kann. Es ist bei jeder Frau anders aber irgendwie auch ähnlich. Letztes Jahr im Oktober hatte ich das Gefühl jemand hätte mir eine Schippe auf den Kopf gehauen. Ich bekam Schlafstörungen, Brustkorbdruck, Angst, hatte keine Appetit, Schwindel. Ich dachte, dass ich totkrank bin. Nach einem gründlichen check up sagte mein Arzt, ich sei kerngesund. Meine private ganzheitliche Ärztin sagte, vegetative Störung und meine Hormone stellen sich um. Ich konnte dass nicht glauben, weil ich mich so krank fühlte und Angst hatte.
    So langsam komme ich dahinter, dass sich meine Hormone umstellen. …uff. Vor vier Jahren hatte ich schon mal so eine Phase…damals bekam ich Psychopharmaka. Jetzt …wenn ich reflektiere denke ich, da fing es schon an mit dem Wechsel. Ich hatte damals sehr starke Regelblutungen, auch Schlafstörungen und Ängste. …jetzt habe ich oft einen kurzen Zyklus und dieser ist auch unregelmäßig.
    Für mich ist diese Veränderung in mir noch schwer zu verstehen. Ich werde anders. Weniger Energie, weniger Antrieb. …Ängstlichkeit. Es verändert sich so viel. …zwei unserer Kinder sind schon ausgezogen. …wo gehts mit mir hin.
    Ich dachte. …die Wechseljahre bedeuten schwitzen, dicker werden. …hm.
    So dann. Auf und durch.
    Mir hilft Yoga, Ruhe, Natur gute Ernährung.
    Bis dann eure Nancy

  2. Hallo Nancy,
    dein Kommentar lässt mich schmunzeln, ich bin jetzt 47 Jahre alt und mir gehts eins zu eins genauso wie Dir !!
    Ich bin auch gerade beim Arzt gewesen und habe Blutbild und Check up machen lassen, ich habe das Gefühl ich bin
    nicht mehr ich selbst. Gut, ich war jetzt nie die mutigste, aber diese kurzen Momente der Angst und der Unruhe haben
    belasten mich schon.
    Ich versuche mit Lavendel und Entspannungsphasen hier durchzukommen. Geht es Dir mittlerweile besser ?
    Wie lange hielt dieser Zustand denn an ?
    Tröstlich auf jeden Fall, dass es anderen auch so geht und man nicht alleine ist.

    1. Liebe Petra….nach 2 Jahren befinde ich mich immer noch im Wechsel.Es ist schon irre was sich mein Körper alles einfallen lässt. Es macht mir immer noch Angst wenn ich unter diesen Wechselnden Symptomen leide.Ich habe nicht mehr diese Panik aber es beunruhigt mich. Zzt habe ich mit Magen Darmbeschwerden zu tun. Habe schon wieder das Schlimmste vermutet. Nach dieser Zeit des sehr oft sich krank fühlen ist meine Psyche sehr empfindsam geworden.
      Ich war 3mal wegen dieser neuen Beschwerden bei meiner Ärztin. Nach den Untersuchungen sagte sie auch dieses gehöre zum Wechsel. So Leber so auch der MagenDarmTrakt werden träger. Das macht beschwerd en. Ich trinke Heiltee nehme OmniBiotic…und esse ausgewogen.
      Ich hoffe sehr das diese Zeit sehr bald ein Ende hat und ich in einem gesunde inneren Gleichmass Leben kann.
      Lllg

  3. Hallo, mir gehts sehr ähnlich.
    Heulattaken und ständig immer wieder schlechte Laune, müde , Schlafstörungen, ausgelaugt.
    Dann kommt bei mir dazu dass ich sehr unzufrieden mit mir selbst bin.
    Haare dünn, Figur unförmig etc.
    Ich bekomme es prima hin mich selbst total kritisch zu sehen und mich fertig zu machen.
    Fühle mich zum Teil sehr alt.
    Dabei weiss ich es ist ja wirklich komplett über trieben und auch hormonell bedingt .
    Ich war bis jetzt noch nicht beim Dok.
    Doch ich spüre es ja 😉
    Ich kann nur sagen Wechseljahre und Älter werden ist nix für Feiglinge.
    Ja auch ich denke “ was ist nur mit mir los ?“.
    Würde es wirklich gerne loswerden, da ich wirklich immer wieder so niedergeschlagen bin.
    Ich hoffe es dauert nicht ewig an.
    Köpfchen oben halten !
    Ich bin nun auch 47 🙂
    Schade ist, dass ich ansonsten ziemlich motiviert bin Dinge umzusetzen die ich die Jahre davor mich nicht getraut hab,setze es auch um (duale Ausbildung , Studium etc.).

    Dennoch dann immer so heftige mentale Einbrüche habe.
    In Wellen würde ich sagen 🙂
    Dieses Alter finde ich im Grunde ja gut, wenn nur die Stimmungen nur nicht so unstet wären.

    Liebe Grüsse

    Ria

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.