Wechselweiber Logo

Frauen jenseits der 45 sind unterrepräsentiert

Frau mit Brille sitzt mit Laptop an einem Schreibtisch und lächelt.

Eines ist sicher unstrittig: Frauen jenseits der 45 finden weder in Öffentlichkeit und Medien noch in Führungsetagen entsprechend ihres demografischen Anteils in der Bevölkerung statt. Dieses Missverhältnis zu verändern und Frauen 45 + als Vorbilder statt Randfiguren an die richtige Stelle zu rücken und als solche sichtbarer zu machen, ist mehr als nötig. Denn diese quasi „Unsichtbarkeit“ von Frauen entsprechender Altersklassen beeinflusst nicht nur das Selbstverständnis der Frauen, sondern auch die mediale Wahrnehmung und ihre Berücksichtigung zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt.

So sollen Frauen unter 45 fast doppelt so häufig eine Einladung zum Bewerbungsgespräch erhalten, wie Frauen, die dieses Alter überschritten haben und auch für die allermeisten der ohnehin wenigen Frauen in Führungspositionen ist mit Anfang 50 das Ende der Aufstiegsleiter erreicht, während Männer noch mit 70 in Spitzenpositionen berufen werden. Was z.B. die Darstellung von Frauen in Filmen oder Fernsehen angeht, zeigt sich eine ähnlich ungleiche Behandlung. Frauen jenseits der 45 sind hauptsächlich in ihrer fürsorglichen Mutterrolle oder späteren Großmutterrolle als Neutrum zu sehen.

Meryl Streep berichtete beispielsweise in einem Interview der BBC, dass sie kurz vor ihrem 50. Geburtstag gleich 3 Rollenangebote als Hexe bekam – und das, obwohl sie zuvor noch in romantischen Hauptrollen besetzt wurde. Währenddessen dürfen ihre männlichen Kollegen im gleichen Alter weiterhin den Verführer mimen.

Frauen 45 Plus – von Randfiguren zu Vorbildern

Dieses etablierte, falsche Frauenbild 45 plus muss sich ändern, denn es ist weitab der Realität. Frauen mittleren Alters stehen nicht nur mitten im Leben, sind leistungsstark und erfahren sowie gesellschaftlich von Relevanz, sondern bieten auch großes Potenzial in vielen Bereichen. Ob in den unterschiedlichen Medien oder dem beruflichen Alltag: Es ist an der Zeit, dass Frauen jenseits der 45 mehr wahrgenommen und zu realistischen, authentischen Vorbildern werden. Eine entscheidende Voraussetzung dafür ist aber ganz sicher, dass Frauen dieser Altersklasse sich selbst so akzeptieren und mögen, wie sie sind, sich von dem Optimierungswahn frei machen, Optik nicht als relevant und Alter nicht als Nachteil betrachten, sondern stattdessen aufgrund ihrer Stärken selbstbewusst nach vorn
treten und die Botschaft senden: So bin ich und genau so bin ich gut und wertvoll.

Gesellschaftlich ist bereits ein leichter Wandel spürbar, schaut man z.B. auf den enttabuisierenden Umgang mit dem Thema Wechseljahre oder den Einsatz von TV-Moderatorinnen sogar jenseits der 50.
So langsam findet der geänderte und zeitgemäße Blick auf Frauen in der Lebensmitte mehr Verbreitung. Aber da ist noch viel Luft nach oben. Die berechtigte Hoffnung allerdings besteht durchaus, dass sich dieses veränderte Bild von Frauen jenseits der 45 in der Gesellschaft auch auf die mediale Präsenz auswirkt und zu realistischeren und vielfältigeren Darstellungen von Frauen Ü45 führt, sich so die Sichtbarkeit dieser Altersklasse auch auf dem Arbeitsmarkt verändert und Stereotype damit – insbesondere im Hinblick auf Alter und Körperbild – hoffentlich irgendwann der Vergangenheit angehören.

Wechselweiber-Team
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert