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Der schwarze Punkt

Haben Sie auch die obligatorischen Neujahrswünsche erhalten?
Neben einigen Anrufen habe ich viele whats-app bekommen. Einige lustig, einige, naja! Aber eine war darunter, die möchte ich Ihnen unbedingt erzählen:

Der schwarze Punkt

Eines Tages kam ein Professor in die Klasse und schlug einen Überraschungstest vor. Er verteilte sogleich das Aufgabenblatt, das wie üblich mit dem Text nach unten zeigte. Dann forderte er seine Studenten auf, die Seite umzudrehen und zu beginnen. Zur Überraschung aller gab es keine Fragen – nur einen schwarzen Punkt in der Mitte der Seite. Nun erklärte der Professor folgendes:

„Ich möchte Sie bitten, das auf zuschreiben, was Sie dort sehen.“
Die Studenten waren verwirrt, aber begannen mit der Arbeit.

Am Ende der Stunde sammelte der Professor alle Antworten ein und begann sie laut vorzulesen.
Alle Studenten, ohne Ausnahme, hatten den schwarzen Punkt beschrieben – seine Position, seine Lage im Raum, sein Größenverhältnis zum Papier etc.

Nun lächelte der Professor und sagte:
„Ich wollte Ihnen eine Aufgabe zum Nachdenken geben. Niemand hat etwas über den weißen Teil des Papiers geschrieben. Jeder konzentrierte sich auf den schwarzen Punkt – und das gleiche geschieht in unserem Leben.
Wir haben ein weißes Papier erhalten, um es zu nutzen und zu genießen, aber wir konzentrieren uns immer auf die dunklen Flecken.

Unser Leben ist ein Geschenk, das wir mit Liebe und Sorgfalt hüten sollten und es gibt eigentlich immer einen Grund zu feiern – die Natur erneuert sich jeden Tag, unsere Freunde, unsere Familie, die Arbeit, die uns eine Existenz bietet, die Wunder, die wir jeden Tag sehen…

Doch wir sind oft nur auf die dunklen Flecken konzentriert – die gesundheitlichen Probleme, der Mangel an Geld, die komplizierte Beziehung mit einem Familienmitglied, die Enttäuschung mit einem Freund, Erwartungshaltungen usw.

Die dunklen Flecken sind sehr klein im Vergleich zu allem, was wir in unserem Leben haben, aber sie sind diejenigen, die unseren Geist beschäftigen und trüben. Nehmen Sie die schwarzen Punkte wahr, doch richten Sie Ihre Aufmerksamkeit mehr auf das gesamte Papier und damit auf die Möglichkeiten und glücklichen Momente in Ihrem Leben und teilen Sie diese mit anderen Menschen!“

Ich habe viel über diese Geschichte nachgedacht. Mache ich das nicht ebenso? Richte ich meine Aufmerksamkeit nicht auch auf meine schwarzen Punkte und vergesse das weiße Blatt? Ich musste mir eingestehen, dass ich das weiße Papier schon lange nicht mehr gesehen habe. Nun gut, 2016 war auch nicht gerade mein Jahr. Ich hatte Ihnen ja davon geschrieben. Aber ist es  nicht gerade in schwierigen Zeiten wichtig, all das Positive zu sehen?

Um bei der Geschichte zu bleiben, ich habe einen ganz tollen Beruf, der mir sehr viel Freude macht und mir obendrein meine Existenz sichert. Meine Freunde – ich habe knapp eine Hand voll – sind immer für mich da. Wir können zusammen lachen, aber auch zusammen weinen und uns gegenseitig auffangen. Meine Familie – auch wenn im Moment nicht alles glatt läuft – aber wir können uns auf einander verlassen.

Und mein Partner! Er ist da. Er liebt mich so, wie ich bin, auch wenn ich mal wieder meine „Phasen“ habe. Es ist nicht immer alles himmelblau, aber eben ganz bestimmt nicht schwarz.

Ich übe jetzt jeden Tag, das weiße Blatt Papier zu sehen und mich daran zu erfreuen. Bis jetzt klappt es gut, auch wenn es mir manchmal noch schwer fällt. Aber, Übung macht den Meister.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen für 2017 ganz viele positive Erlebnisse und dass Ihre schwarzen Punkte immer kleiner werden.

Ihre Antonia

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