Wie ich wieder lerne, mir mehr Aufmerksamkeit zu schenken

Ich war gerade mit meiner Schwester für einen Workshop auf Mallorca. Das Thema hat mich mal wieder wachgerüttelt, mich aus meinem inneren Tiefschlaf geholt. Es ging um Achtsamkeit. Achtsam sein im Umgang mit mir selbst.

Da ist mir wieder aufgefallen, in was für einem alltäglichen Gewühle ich mich bewege. Ständig bin ich am organisieren, Schichtdienste fahren, Kinder betütern, keine Zeit, schnell schnell noch dies und das erledigen … puh, was mute ich mir zu? Bin ich denn noch ich, so wie ich jetzt bin? Ist das die authentische Beate?

Endlich hatte ich eine bewusste Auszeit genommen, um mich meiner verschollenen Aufmerksamkeit mir gegenüber zu widmen. Das ich mir Ruhe und Zeit gegönnt habe, war schon Gold wert.

In einer Gruppe von 6 entzückenden, sehr unterschiedlichen Frauen haben wir körperliche und mentale Wahrnehmungsübungen gemacht. Z.B. haben wir uns mit Achtsamkeit auf unseren Atem konzentriert. Wir haben durch bewusst herbeigeführte Gefühlszustände, die wir körperlich dargestellt haben, erlebt, wie diese unsere Atmung blockieren. Das war ganz schön krass!

In dem Örtchen Campos sind wir in eine tausend Jahre alte Zisterne gestiegen, um unsere Gesänge darin im Widerhall zu erleben. Das war seeehr schön. So berührend und intensiv im Miteinander und in der Selbstwahrnehmung.

Für mich war am eindrucksvollsten, als wir unsere Charaktereigenschaften in 4 Schlagworten beschrieben haben. Dann durften wir uns zu zweit zusammen tun und in einer kleinen Improvisation das genaue Gegenteil unserer Charaktereigenschaften musikalisch oder theatralisch darstellen.

Das hat mich mehr als beeindruckt! Mich selbst zu erleben in mir fremden Charakterzügen … ich war von mir selbst sehr überrascht. Ich bin in die Figur einer unauffälligen, leisen und langsamen „Buchhalterin“ geschlüpft. Sehr interessant, was mir mein Inneres gezeigt hat.

Ach, ich könnte noch vieles über diesen wunderbaren Workshop mit all seinen schillernden Facetten berichten und kann ihn Euch wunderbaren Weibern dieser Welt sehr ans Herz legen.

Leiterwagen mit bunten Blumen in einem Garten

Wieder zu Hause stelle ich fest, dass ich mit meinen Bedürfnissen häufig viel zu kurz komme. Dass ich mir gar nicht die Zeit nehme mal zu horchen, worauf ich richtig Lust hätte. Ich kann auch niemandem die Verantwortung in die Schuhe schieben, außer mir bewusst zu machen, dass nur ich mir selber diese Geschenke machen kann. Also bin ich erst mal gleich darauf in meinen heiß geliebten Schrebergarten ohne Schreber gefahren und hab mir mit meiner Freundin einen schönen Nachmittag bereitet mit Kuchen essen, spazieren gehen und Holunderblüten pflücken für Holunderblütengelee, lecker! Mein Garten ist eine mich glücklich machende Konstante in meinem Leben. Warum also nicht öfter hinfahren? Also raus aus meinem selbst gebauten inneren Knast und rein ins Leben! Mal mehr an das denken, was mir wirklich gut tut, denn es kommt auch meiner Familie zugute, wenn ich erfüllter bin.

Im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass mir die beruhigenden und langsamen Aspekte meiner „Buchhalterin“ ganz gut gefallen haben. Wenn ich mich in sie hinein fühle und ihr zuwende, werde ich reichlich beschenkt. Und diese kleine Schatztruhe, gefüllt mit Aufmerksamkeit und vielen eindrucksvollen Erlebnissen trage ich jetzt mit mir herum.

Habt Mut, stürzt Euch in ein lebendiges Abenteuer mit Euch selbst und erfahrt Großartiges

Liebe Grüße von Beate

1 Kommentar zu: »Wie ich wieder lerne, mir mehr Aufmerksamkeit zu schenken«

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