Endlich nicht mehr müssen müssen!

Samstag, 9:30 Uhr, aufstehen.
Da ich Ferien habe, gönne ich mir Ausschlafen. Noch im Bett, mein erster Gedanke:
Was musst du heute alles noch machen?

  • Endlich mal wieder Gymnastik. (Habe ich total schleifen lassen die letzten Tage.)
  • Die Treppe wischen. (Habe ich die letzten Wochen meinen Nachbarn überlassen.)
  • Dann meine Wohnung sauber machen. (Der Staub türmt sich.)
  • Zwei Wäschen warten auf mich. (Hoffentlich ist die Waschmaschine frei.)
  • Premierengeschenke kaufen. (Mein Schatz hat heute Premiere und da sind Geschenke üblich.)
  • Den Einkauf fürs Wochenende erledigen. (Schatzi hat keine Zeit. S.o.)
  • Mutter noch schnell anrufen. (War die letzten Tage krank.)
  • Die Fingernägel sind auch dran. (Ich will ja hübsch sein heute Abend.)

Ganz schön lang, meine Liste. Frühstücken und Duschen sind noch gar nicht dabei. Und ich habe doch Ferien! Warum lade ich mir immer so viel auf? Aber, Antonia, es muss ja gemacht werden. Muss es wirklich gemacht werden? Wer sagt dir das? Wo steht das?

Vom "müssen müssen" befreien sollte sich jeder selbst
Vom „müssen müssen“ befreien sollte sich jeder selbst

Und dann die Erkenntnis: Ich selbst mache mir den Druck. Ich sehe gar keine Alternative. Wenn ich aber eine Alternative habe, dann kann ich mich ja auch entscheiden. Muss die Treppe und meine Wohnung heute unbedingt gesäubert werden? Nein, ich kann das auch morgen oder am Montag machen. Meine Wäsche hat auch noch Zeit, ich habe genug saubere Sachen im Schrank. Vielleicht können wir auch mal wieder essen gehen. Also, der Einkauf muss auch nicht sein.

Aber wir alle setzen uns ständig selbst unter Druck. Das Wort „müssen“ ist für uns so normal geworden. Wir machen uns gar keine Gedanken, was dieses kleine Wörtchen mit uns macht. Es macht Stress!

Dann denke ich an meine Oma. Sie sagte immer: Antonia, du musst auf die Toilette und du musst sterben. Alles andere musst du nicht. Natürlich können Sie jetzt sagen, hey, ich muss meine Kinder vom Kindergarten abholen, ich muss ihnen etwas zu essen machen. Dann frage ich Sie, wie wäre es für Sie, wenn Sie es anders sagen, zum Beispiel so: ich hole meine Kinder ab und mache ihnen dann etwas zu essen. Für mich klingt das positiver, freudiger, entspannter.

Und wenn ich dann noch sagen kann: Antonia, du darfst heute einkaufen gehen, dann denke ich an meine Studienzeit und die samstäglichen Einkäufe auf dem Markt inklusive anschließendem Käffchen mit Freunden. Und schon habe ich ein Lächeln auf den Lippen und gehe beschwingter los. Ich weiß, es klingt so banal, aber ich weiß auch, dass es nicht leicht ist. Probieren Sie es doch einfach mal aus. Es lohnt sich. (Aber nur, wenn sie wollen. Sie müssen nicht.)

Ich hatte am Samstagabend jedenfalls alles von meiner Liste mit Leichtigkeit und Freude geschafft und konnte die Premiere meines Partners in vollen Zügen genießen.

Und jetzt muss ich mal. Also wirklich. Deshalb – bis bald
Ihre Antonia☺

1 Kommentar zu: »Endlich nicht mehr müssen müssen!«

  1. Das Wort „Muss“ gehört auch zu meinem regelmäßigen Sprachgebrauch. Wichtig ist, sich genauso, wie Sie es beschreiben, klar zu machen, dass viel Druck aus uns selbst kommt, und der erste Schritt ist getan….

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