Im Wandel

Ich bin eine Langschläferin. Wenn ich natürlich zur Arbeit muss, dann kann ich auch früh aufstehen. Aber am Sonntag und im Urlaub schlafe ich gern „etwas“ länger. So ohne Wecker. Sie verstehen.

Wer etwas verändern möchte, kann oft selbst die Weichen stellen...
Ob man persönlich die Weichen für Veränderung stellt oder das Leben mitentscheiden lässt, entscheidet jeder selbst

Schon als Kind war das so. Am Vorabend habe ich schon meinen Ranzen gepackt und meine Kleidung für den nächsten Tag bereit gelegt, dass ich nur noch reinschlüpfen musste. Das Aufstehen war dann genau getimet. Nur keine Minute zu früh aufstehen. Das war natürlich alles Lug und Trug, denn ich brauchte ja abends länger fürs Packen und Rauslegen. Aber als Kind hieß es für mich: länger schlafen. Wissen Sie, was jetzt im Urlaub passiert ist? Ich bin ohne Mühe, ganz freiwillig, schon morgens um 7:30 Uhr aufgestanden. Das Haus war noch ganz ruhig, alle lagen in den Federn, und ich habe mich an den Schreibtisch gesetzt und gearbeitet.

Seit „Jahren“ überlege ich schon, wie ich mich beruflich verändern kann. Obwohl ich meinen Beruf liebe, möchte ich die nächsten 17 bis 20 Jahre (oder vielleicht auch mehr) nicht von Jahr zu Jahr bangen müssen: Hast du den Job nächstes Jahr noch? Reicht es finanziell? Ich brauche keine Reichtümer, aber ich möchte für meine Arbeit einfach gerecht, wertschätzend und angemessen entlohnt werden. Alle Ideen, die ich hatte, waren zuerst total „super“, aber mit der Zeit merkte ich, „das sind nicht meine Ideen“. Ganz tief in mir drinnen wollte ich das alles nicht.Nun habe ich meine Idee gefunden, bin total davon überzeugt und sitze während meines Urlaubs freiwillig um halb acht am Schreibtisch. (Da ich abergläubisch bin, erzähle ich Ihnen  meine Idee lieber nicht.

Meine Freundin Karin sagte in meiner Findungsphase: Antonia, suche nicht danach, wo du gut Geld verdienen kannst, sondern schaue bei dir, wozu du wirklich Lust hast. Dann kommt das Geldverdienen von allein. Ich glaube mittlerweile, sie hat Recht. Rilke schreibt: „Man muss den Dingen die eigene, stille, ungestörte Entwicklung lassen, die tief von innen kommen und durch nichts gedrängt und beschleunigt werden kann.“ Und ich brauche auch keinen 5- Jahresplan. Wenn mir Bekannte und Kollegen von ihren Plänen erzählten, fühlte mich unwohl, langweilig und unentschieden. Ich hatte keinen. Ich habe mich immer auf das „Jetzt“ einzustellen versucht. War aber gleichzeitig der Meinung, das geht nicht. Antonia, du übernimmst einfach keine Verantwortung für dich.

Heute sage ich: Das ist dein Weg und der ist gut. Jeder Tag bedeutet Veränderung und Wandel. Reagiere auf das Neue und Spannende im Leben. Zum Schluss noch einmal Rilke: „Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antwort hinein.“

Ich gehe jetzt schlafen und freue mich auf den nächsten spannenden Tag. Und auf Ihre Gedanken.
Ihre
Antonia

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