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Teil 2: Hallo Job, ich komme!

50 plus, weiblich, ungewollt arbeitslos?
Schlechte Aussichten, Frau von der Leyen!

Wie aus dem Arbeitsministerium verlautet, sind talentierte, leistungsfähige und hoch motivierte Frauen wie meine Freundinnen Anke (56), Petra (47) und Maren (55) wieder gefragt. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus:

Anke ist verheiratet und kinderlos und war bis Mitte letzten Jahres Führungskraft auf mittlerer Ebene in einem großen Unternehmen. Ihr wurde aufgrund von Rationalisierungsmaßnahmen gekündigt. Sie ist eine attraktive Frau mit großer Ausstrahlung, hoch qualifiziert und hat unzählige Bewerbungen abgeschickt. Das Ergebnis: Sie wurde lediglich einmal zu einem Gespräch eingeladen – ohne Erfolg. Anke muss zwar keine existenziellen Ängste ausstehen, bewältigt allerdings ihren Alltag zusehends mut- und lustloser.

Businessfrau
Der große Erfahrungsschatz von Frauen 50+ wird leider immer noch von zu wenigen Unternehmen geschätzt. Was nun, Frau von der Leyen?

Schlimm getroffen hat es meine gute Freundin Petra, die als Assistentin der Geschäftsleitung in der Kommunikationsbranche gearbeitet hat. Seit September 2009 ist sie arbeitslos und mit ihrem14jährigen Sohn (der vom Vater nur minimal finanziell unterstützt werden kann) auf Arbeitslosengeld angewiesen. Auch Petra hat einen bisher erfolglosen Bewerbungsmarathon hinter sich – und das, obwohl sie drei Sprachen spricht, ein großes Organisationstalent ist und über hervorragende Soft Skills verfügt. Nervlich und finanziell am Ende kann sie sich kein „Hängen lassen“ leisten und ignoriert seelische wie körperliche Symptome, weil sie für sich und ihren Sohn um ein Leben in Normalität jenseits Harz IV kämpft.

Auch die freie Texterin Maren sucht wieder einen festen Job. Talentiert ist sie, reichlich Erfahrung hat sie auch und verstecken muss sie sich vor nix und niemandem. Als Maren sich vor 13 Jahren aufgrund einer Erbschaft, die ihr finanzielle Rückendeckung gab, selbstständig machte, startet sie erfolgreich durch. Dann ging es mit der Wirtschaft erstmal bergab, freie Jobs wurden rar, Festanstellung erst recht ausgeschlossen. Neben ihrer freien Textertätigkeit bei nach wie vor mäßiger Auftragslage lebt Maren von ihren finanziellen Reserven, die bis auf einen geringen Selbstbehalt demnächst Harz IV anheim fallen könnten – und Maren dann einer deprimierenden Tatenlosigkeit.

Jede meiner drei Freundinnen ist bereit, in einer weniger qualifizierten Position oder auch für weniger Gehalt zu arbeiten. Leider werden diese Zugeständnisse aber – wenn es überhaupt zu einem Bewerbungstermin kommt – negativ beurteilt. Die „50“ in Form des Geburtsjahres hält viele Unternehmen scheint’s nach wie vor davon ab, qualifizierte Frauen einzustellen. Darum meine Frage: Wo sind denn die angepriesenen Jobs, Frau von der Leyen?

Ihre Beate

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