youTube Videos: Wie wir wurden, was wir sind: Frauen in Werbung und TV

Werbung und Medienbeiträge sind ein Spiegel der Gesellschaft – in den fünfziger, sechziger Jahren ebenso wie heute. Rückblickend erscheinen uns Beispiele aus dieser Zeit teilweise unglaublich komisch; was heute wie eine Parodie anmutet, reflektiert aber ziemlich genau das damalige Frauenbild: Treu sorgende Ehefrau und Mutter, dem Manne liebevoll dienend bis untertan, unselbständig und abhängig – und um Mannes Willen keinesfalls aufmüpfig, fordernd oder gar eigenständig denkend und handelnd! Daran änderte auch die bereits 1949 im Grundgesetz, Artikel 3, Absatz 2, verankerte Gleichberechtigung von Mann und Frau erstmal nichts.

Damals war’s:

1. Ein TV-Spot aus den Fünfzigern von Dr. Oetker

Da wird neben dem Pudding an wichtigen Frauen-Themen gerührt, z.B.: „Eine Frau hat zwei Lebensfragen: Was soll ich anziehen? und Was soll ich kochen?“. Das ist heutzutage so abwegig, dass ich mich darüber nicht aufregen kann. Vielleicht auch, weil ich mit einer sehr selbständigen Mutter aufgewachsen bin, die sich 1957 aus eigenem Antrieb scheiden ließ – damals ein echter Skandal! Ich finde diesen Spot einfach nur urkomisch und puddingsüß.

2. Der 7. Sinn

Eine Fernsehsendung zur Verkehrssicherheit, die von 1966 bis 2005 ausgestrahlt wurde. Zielgruppe: Autofahrer und erwachsene Verkehrsteilnehmer. Wahrscheinlich wurde im 7. Sinn der 60er Jahre das „dumme Blondchen“ ins Leben gerufen, wie der folgende Beitrag vermuten lässt. Und es finden sich noch einige weitere Unglaublichkeiten zur „Frau als Autofahrerin“.

Grotesk bis schwachsinnig … ich habe trotzdem gelacht, weil diese testosteronschwangeren Beiträge der Vergangenheit angehören, was wir unter anderem den 68ern und Alice Schwarzer verdanken.

Heute ist’s:

3. Ein TV-Spot der Jetztzeit von Twingo – „Moderne Zeiten“:

Er zeigt erstens, dass das „Treu-Sorgende“ in den Müttern nicht ihre einzige Daseinsberechtigung ist. Zweitens wird klar, dass Frauen mit (jung-)erwachsenen Kindern nicht auf dem „Altenteil“ versauern, sondern aktiv ihr Leben gestalten und genießen. Und drittens, dass Frauen heute ein humorvolles Selbstverständnis an den Tag – bzw. die Nacht – legen.

https://youtu.be/utGujVqZ42g

Ich verabschiede mich für heute mit den Worten Heidi Kabels: „Die Emanzipation ist erst dann vollendet, wenn auch einmal eine total unfähige Frau in eine verantwortliche Position aufgerückt ist.“
Na denn – Tschüss!

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