Fünfzig Jahre und kein bisschen leise?

Genau – die Zeiten, wo sich ab spätestens Mitte 50 ein solides Grau als Dauerfarbe von Kopf bis Fuß etablierte, sind lange vorbei. Auch Tagesform abhängige gelegentliche Sinnkrisen müssen nicht mehr unter Ausschluss der Öffentlichkeit gelebt werden. Ein halbes Jahrhundert Leben wird gefeiert, nicht versteckt!

Mir versetzte allerdings die plötzliche Erkenntnis, dass mehr als die Hälfte meines Lebens gelebt war, erstmal einen Schock. Ich, die sonst nie über das Alter nach-dachte – weder bei mir noch bei anderen – bekam eine Art Endzeitpanik: War’s das jetzt, nimmt man(n) mich noch wahr, habe ich noch Chancen im Job? Doch bisher hatte ich das keineswegs so empfunden, warum sollte es sich also von einem Tag auf den anderen ändern?! Fazit dieses Tages, der übrigens ausgiebig gefeiert wurde: Solange ich das Leben auch lebe, stecke ich mittendrin. Und befinde mich in guter Gesellschaft!

Denn die neuen 50erinnen finden überall statt, in der Öffentlichkeit wie im Privaten. Sie sind aufgeschlossen, informiert und engagiert, lassen sich nicht mehr auf Tipps zur Kindererziehung, Wäscheweiß und Vati-verstehen-Plädoyers reduzieren. Ihre Lebenseinstellung ist positiv, oft entspannter und selbstbewusster als in früheren Jahren. Und nur 17 Prozent dieser Altersgruppe fühlen sich so alt, wie sie sind.

Corinna Langwieser, Trendbüro Hamburg, sagte in einem Interview mit der „Süddeutschen“ dazu, dass die „Generation 50+“ sich dazu bekennt, das Beste aus sich, ihrem Körper, ihrem Leben zu machen. Das zentrale Thema dieser Altersgruppe laute „Selbstdesign“, dafür würden Kosmetik, Food, Gesundheitsvorsorge, Bildung und Kultur gezielt eingesetzt.

Attraktivität, geistige und körperliche Fitness sind erstrebenswert und auch mir wichtig. Aber bitte nicht übertreiben, nicht zwanghaft jugendlich erscheinen wollen. Sonst bleibt der Spaß am Leben garantiert auf der Strecke – und die Bemühungen treiben seltsame Blüten, wie an den „schnittigen“ neuen Gesichtern von z.B. Meg Ryan oder Michael Douglas zu sehen. Dann doch lieber mit Authentizität und Lebensfreude punkten. Punkt!

4 Kommentare zu: »Fünfzig Jahre und kein bisschen leise?«

  1. ich bin naturhellblond und mache regelmäßig neue blonde strähnchen – dadurch ist das thema graue haare für mich erledigt. ich schlafe schlecht und bin mordsfett geworden. da ich aber fast 40 jahre verheiratet bin, muß ich ja keinen mehr „aufreissen“. ich kann damit leben. das beste an dem alter sind die enkelkinder. wir haben bisher drei – ende des monats kommt nummer 4 und anfang dezember nummer 5. bin zufrieden mit dem zustand und dem leben. es geht immer irgendwie weiter …

    1. Hallo Roswitha,

      Jede ehrliche Meinung ist eine gute Meinung – gerade beim Thema Wechseljahre, die ja oft noch verschämt verschwiegen werden. Und deine Antwort finde ich nicht nur erfrischend ehrlich, sondern gerade in unserer so stark auf Äußerlichkeiten geprägten Gesellschaft wertvoll!

      Grundsätzlich geht’s mir wie dir: bin zufrieden mit dem Zustand des Lebens! Haare werden auch immer wieder rot. Nur in Punkto Figur bin ich mit mir ziemlich streng. Allerdings war körperliche Attraktivität in meiner Familie allgegenwärtig: Meine Mutter (heute 79) war und ist so attraktiv wie natürlicherweise schlank und war für mich lange Zeit ein nicht zu erreichendes Vorbild. Und meine Stiefmutter lästerte über dicke und in ihren Augen unvorteilhaft zurecht gemachten Menschen (die nicht wirklich dick oder unattraktiv waren!), wann immer sie welche erblickte … Schätze, so etwas prägt dann doch! Auch, wenn man nicht zwingend einen Mann ergattern will ;–). Aber in der Jobsuche spielt es neben dem Alter dann doch wieder eine Rolle, obwohl jeder weiß, dass Intelligenz, fachliches Wissen und Teamgeist nix mit Körperformen zu tun haben! Tja, ich geh‘ dann mal sporteln … Dir und deiner Familie einen wunderbaren Sommer voller Babyglück!

      Deine Beate

  2. liebe beate:

    schön, wenn du dich schlank gehalten hast. ich bin schon seit 1992 mit sehr hohem blutdruck gestraft. hatte schon zweimal gehirnbluten. 1. mal 1992. 2. mal 2004. war 2004 halbseitig gelähmt nach gehirnop wegen blutung (is nix mit bewegung, deshalb so fett). bin froh daß ich überhaupt gehen kann. vieles muß mein mann machen – kann nicht mal mein fleisch selbst auf dem teller schneiden (hand funktioniert nicht mehr gescheit). anstrengung geht nicht wegen bluthochdruck.
    bleib wie du bist, das finde ich toll. ich bin so unglücklich mit meinen ewig dicken füßen und beinen!
    weiß nie was ich anziehen soll und von meinen etwa 50 paar schuhen kann ich kein einziges mehr tragen. habe 1 paar schuhe aus fachhandel für 170 euro – passen zur zeit auch nicht.
    schönen sommer noch: roswitha

    1. Liebe Roswitha,

      vor dem Hintergrund deines Schicksals ist meine Figurproblematik natürlich null und nichtig! Auch andere Wechseljahresbeschwerden und -auswirkungen, um die es in diesem Blog ja geht, sind bei Weitem nicht vergleichbar mit deiner Krankheitsgeschichte – zumal sie auch irgendwann ein Ende haben.

      Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und jede Menge schöner Stunden mit deiner Familie.

      Meine Bewunderung für deine positive Einstellung!

      Viele Grüße,
      beate

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