- Wann bin ich in den Wechseljahren?
Der Übergang in die Wechseljahre ist kein plötzlicher
Vorgang, der sich an einem bestimmten Datum festmachen lässt. Die
Veränderungen beginnen langsam, zunächst fast unmerklich, mit
dem Absinken des Hormonspiegels. In Abhängigkeit von zahlreichen
Einflüssen (Körpergewicht, Lebensgewohnheiten, Vererbung
etc.) schwankt dieser Zeitpunkt zwischen dem 40. und dem 50.
Lebensjahr. Erste Anzeichen für die beginnenden Wechseljahre (also
die Prämenopause) sind Unregelmäßigkeiten im Zyklus.
Die Abstände zwischen den Monatsblutungen können kürzer
(unter 25 Tage) oder auch länger (über 35 Tage) werden. Bei
einigen Frauen treten in der Prämenopause auch Zwischen- oder
Schmierblutungen auf.
In der Prämenopause kann es zu
Befindlichkeitsstörungen kommen, die auf die Wechseljahre
hinweisen. Außer Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen
können zum Beispiel Kopfschmerzen, Brustspannen, vermehrte
Wassereinlagerungen und Schwindelgefühle auftreten.
- Wie lange dauern die Wechseljahre?
Genauso individuell wie der Beginn ist auch die Dauer der Wechseljahre.
Je nachdem, wann die ersten Symptome auftreten, können bis zum
Abklingen der Beschwerden nur wenige Jahre, manchmal aber auch zehn bis
zwölf Jahre vergehen. Im Durchschnitt dauern die Wechseljahre
fünf bis sieben Jahre.
- Kann ich in den Wechseljahren noch schwanger werden?
Eine Schwangerschaft ist bis zum Ausbleiben der Regelblutung
möglich, danach haben die Eierstöcke ihre Funktion vollständig
eingestellt. Vor der Menopause (letzte Regelblutung) ist eine
Schwangerschaft selbst bei bereits sehr seltenen Blutungen noch immer
möglich. Erst nach der letzten Menstruation ist keine
Verhütung mehr notwendig. Bei bereits sehr selten gewordenen
Blutungen mit längeren Unterbrechungen ist oftmals schwer zu
entscheiden, ob die „letzte Regel“ auch wirklich die
allerletzte war. Wenn die Monatsblutung über ein Jahr lang
ausgeblieben ist (Postmenopause), ist eine Schwangerschaft unwahrscheinlich.
- Welche Beschwerden können in den Wechseljahren auftreten?
Die möglichen Beschwerden sind individuell sehr verschieden,
das heißt bei jeder Frau können sowohl die Art der
Beschwerden als auch ihr Beginn, ihre Dauer und Stärke sehr
unterschiedlich sein. Hitzewallungen und Schweißausbrüche,
Durchblutungsstörungen, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme und
Schlafstörungen können ebenfalls schon vor der letzten
Blutung beginnen, klingen aber manchmal erst Jahre danach wieder ab.
Die Rückbildung der Unterleibsorgane macht sich hingegen erst
einige Jahre nach der Menopause allmählich bemerkbar. Eine
Blasenschwäche dagegen entwickeln nur wenige Frauen.
Neben diesen körperlichen Beschwerden können auch
psychische und psychosomatische Störungen auftreten. Begünstigend hierfür sind
negative emotionale Reaktionen auf die Beschwerden und mögliche
Veränderungen im sozialen Umfeld. Depressive
Verstimmungen, grundlose Traurigkeit, Reizbarkeit, Ängste,
Apathie, sexuelle Unlust und verstärkte Müdigkeit sind die
häufigsten Ausprägungen.
- Nehme ich in den Wechseljahren automatisch zu?
Viele Frauen beklagen in den Wechseljahren bisher nicht bekannte
Probleme mit dem Gewicht. Zum einen verändert sich mit zunehmendem Alter der Stoffwechsel, zum anderen wird mit dem Wegfall der Menstruation keine Energie mehr für die Aufrechterhaltung des Zyklus benötigt. Gleich bleibende Ernährung bedeutet also
plötzlich einen Überschuss an Energie, der sich in der
Bildung von Fettpölsterchen bemerkbar machen kann. Empfehlenswert
ist also eine Umstellung der Ernährung und viel Bewegung als
(neuer) Energieverbraucher.
- Weshalb leidet die eine Frau unter den Wechseljahren und die andere nicht?
Jede Frau erlebt die Wechseljahre auf ihre Weise. Psyche und innere Einstellung zum Älterwerden nehmen auch Einfluss auf das persönliche Empfinden von Wechseljahresbeschwerden.
Befragungen zufolge haben nur etwa zwei von zehn Frauen das Glück,
in den Wechseljahren keinerlei Beschwerden zu spüren. Alle anderen
Frauen leiden vorübergehend bis längerfristig an mehr oder
weniger starken körperlichen und/oder seelischen Beschwerden.
- Welche Frauen leiden häufiger unter seelischen Problemen in den Wechseljahren?
Frauen mit großem Selbstvertrauen haben weniger
Wechseljahresbeschwerden. Das ergab eine Studie am Institut für
Medizinische Psychologie an der Freien Universität Berlin.
Berufstätige Frauen, die zu ihrer Persönlichkeit und ihren
Leistungen stehen, sind besser dran als „Nur-Hausfrauen“.
Verstärkt werden kann das Leiden, wenn die Kinder zu dieser Zeit
aus dem Haus gehen. Psychologen sprechen vom
„Leeren-Nest-Problem“. Diese Frauen wollen oder können
ihre Kinder oftmals nicht loslassen und bewältigen die Trauer um
den Verlust nur schlecht. Tipp: neue Aufgaben (Beruf, Studium etc.)
und/oder Hobbys (Sport, Malen etc.) suchen.
- Bei mir wurde ein Eierstock entfernt. Komme ich jetzt in die Wechseljahre?
Nein. Der zweite Eierstock übernimmt die Hormonproduktion, weil die
Hirnanhangdrüse (Hormonzentrale) die fehlenden Hormone vom
verbleibenden Eierstock abfordert. Er leistet jetzt die doppelte
Hormonproduktion.
- Bei mir wurde die Gebärmutter entfernt. Komme ich jetzt in die Wechseljahre?
Es ist tatsächlich so, dass eine Entfernung der Gebärmutter
(Hysterektomie) und der Eierstöcke (Ovarektomie) zu vorzeitigen
Wechseljahresbeschwerden führen kann. Selbst bei Belassung der
Eierstöcke ist es möglich, dass es aufgrund einer
Störung der Blutversorgung zu früher eintretenden
Wechseljahresbeschwerden kommen kann als bei einem natürlichen
Verlauf im nicht-operierten Zustand. Es gibt aber auch Fälle, in denen sich die Operation nicht auf den Verlauf der Wechseljahre auswirkt.
- Lässt in den Wechseljahren die Lust am Sex nach?
Sexuelle Unlust ist ein Problem, das heutzutage viele Frauen plagt.
Eine direkte Folge der nachlassenden Hormonproduktion in den
Wechseljahren ist sie allerdings nicht, weil Lust auf Sex nicht mit dem
Hormon Östrogen, sondern mit dem Testosteron zu tun hat.
Lässt die Lust auf Sex nach, so hat das oftmals seelische
Gründe (die Frau fühlt sich minderwertig, nicht mehr
attraktiv und weiblich genug) oder aber einen körperlichen Grund,
so dass eine zunehmend „trockene Scheide“ den
Geschlechtsverkehr schmerzhaft macht. Hilfreich ist es, das Problem mit
dem Arzt zu besprechen oder eventuell auch einen Psychologen um Rat zu
fragen. Ratsam ist es
auf jeden Fall, mit dem Partner über die empfundene Unlust zu
sprechen. Sein Verständnis und der damit entwichene Druck sind
oftmals schon der Beginn einer deutlichen Verbesserung der Situation.
- Können die Wechseljahre verantwortlich sein für Haarausfall und Damenbart?
Wenn Kopf-, Achsel- und Schamhaare ausfallen, gleichzeitig aber ein
Damenbart sprießt, liegt das zumeist an einem Zuviel an
männlichen Hormonen. Durch die Drosselung der
Östrogenproduktion in den Wechseljahren kann das männliche
Hormon Testosteron die Überhand gewinnen, was mit der Ausbildung
eines eher männlichen Haarwuchses einhergehen kann.
- Ist ungewollter Urinabgang ein typisches Merkmal der Wechseljahre?
Ja. Harninkontinenz oder das Unvermögen, den Urin willentlich
zurückzuhalten, trifft jede dritte bis vierte Frau in den
Wechseljahren mehr oder weniger stark. Durch die verminderte Produktion
von Hormonen bilden sich die ableitenden Harnorgane mitsamt der
Schleimhaut zurück. Ebenso lässt die Kraft des
Blasenschließmuskels nach, der dann zumeist beim Husten, Niesen,
Lachen oder beim Heben schwerer Lasten nicht mehr richtig den Urin
zurückhalten kann.