- Bei mir wurde ein Eierstock entfernt. Komme ich jetzt in die Wechseljahre?
Nein. Der zweite Eierstock übernimmt die Hormonproduktion, weil die
Hirnanhangdrüse (Hormonzentrale) die fehlenden Hormone vom
verbleibenden Eierstock abfordert. Er leistet jetzt die doppelte
Hormonproduktion.
- Bei mir wurde die Gebärmutter entfernt. Komme ich jetzt in die Wechseljahre?
Es ist tatsächlich so, dass eine Entfernung der Gebärmutter
(Hysterektomie) und der Eierstöcke (Ovarektomie) zu vorzeitigen
Wechseljahresbeschwerden führen kann. Selbst bei Belassung der
Eierstöcke ist es möglich, dass es aufgrund einer
Störung der Blutversorgung zu früher eintretenden
Wechseljahresbeschwerden kommen kann als bei einem natürlichen
Verlauf im nicht-operierten Zustand. Es gibt aber auch Fälle, in denen sich die Operation nicht auf den Verlauf der Wechseljahre auswirkt.
- Bei welchen Beschwerden sollte ich zum Arzt gehen?
Der Gang zum Arzt sollte grundsätzlich immer dann erfolgen, wenn
auftretende Beschwerden das Wohlbefinden und die tägliche
Leistungsfähigkeit beeinträchtigen. Einige Symptome lassen
sich durch Eigeninitiative so weit lindern, dass die gewünschte
Beschwerdefreiheit auch ohne medikamentöse Behandlung erreicht
wird. Stichworte sind hier Ernährung und Bewegung.
Sofern diese Maßnahmen zur Selbsthilfe nicht die
gewünschte Wirkung bringen und die Beschwerden das Alltagsleben
weiterhin stark behindern, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dabei
sollte der Arzt über die bereits durchgeführten
Maßnahmen in Kenntnis gesetzt werden.
Ganz unabhängig hiervon müssen natürlich die wichtigen Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden.
- Was kann ich gegen Stimmungsschwankungen/ Reizbarkeit/ Depressionen tun?
Diese seelischen Beschwerden sind als typische Begleiterscheinung der
Wechseljahre bekannt. Sie werden durch Ungleichgewichte der
an den Gehirnnervenzellen agierenden Botenstoffe, die auf einen Mangel an Östrogenen
zurückgehen, begünstigt. Soziale und familiäre
Veränderungen, Auszug der Kinder, Pflegebedürftigkeit oder
Tod der Eltern beziehungsweise Probleme mit dem Partner werden unter
diesen Umständen viel schwerer verarbeitet. Durch eine angemessene
aktive Bewältigung dieser Umstände lassen sich die
Stimmungsschwankungen und Depressionen erfahrungsgemäß gut
beheben. Pflanzliche, stimmungsaufhellende Mittel wie beispielsweise
das Johanniskraut (zusammen mit der Traubensilberkerze in Remifemin
plus) können sich bei diesem Prozess sehr nützlich auswirken.
- Ich habe gehört, dass nur Hormonpräparate Wechseljahresbeschwerden lindern können. Stimmt das?
Nein. Unzählige Frauen wissen aus eigener Erfahrung, dass z. B.
pflanzliche Arzneimittel mit der Heilpflanze Traubensilberkerze
außerordentlich gute Erfolge bei der Bekämpfung von
Wechseljahresbeschwerden möglich machen. Nicht zuletzt wegen der
in den Medien entfachten Hormondiskussion nach dem vorzeitigen Abbruch
einer Hormontherapie-Studie in Amerika gelten diese schonenden und
dennoch wirksamen Arzneimittel heute als Therapie, mit der im ersten
Schritt gegen die Beschwerden vorgegangen werden kann.
- Mein Arzt möchte, dass ich Hormone einnehme. Ich möchte lieber ein natürliches Arzneimittel!
Wenn der Frauenarzt Hormone verordnet, man aber keine einnehmen
möchte, gibt es nur einen Rat: Mit dem Frauenarzt sprechen und
sich die Gründe für seine Empfehlung genauestens
erklären lassen. Gemäß den aktuellen Empfehlungen der
Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft sollten Hormone vom
Frauenarzt nur noch bei sehr starken Beschwerden, in möglichst niedriger
Dosierung und für möglichst kurze Zeit empfohlen werden. In vielen
Fällen bieten sich hochdosierte pflanzliche Arzneimittel (ohne
Pflanzenhormone) von Anfang an als natürliche und schonende Alternative
an.
- Nehme ich bei Einnahme von Hormonen an Gewicht zu?
Sechs von zehn Frauen nehmen rund zwei bis drei Kilo zu. Das hängt
damit zusammen, dass mit Hilfe des Östrogens Wasser ins
verdünnte, „eingetrocknete“ Hautgewebe eingelagert
wird. Die Frau erhält also durch die Hormonbehandlung
zusätzlich eine Gewebe-Aufpolsterung. Aber auch ohne
Hormonbehandlung nimmt die Hälfte der Frauen in den Wechseljahren
zu – im Schnitt sogar mehr als sechs Kilo.
- Sollte in den Wechseljahren die Ernährung umgestellt werden?
Ja, und zwar auf eine fettarme, ballaststoff-, vitamin- und
mineralstoffreiche Vollwert-Mischkost. Das bedeutet: nicht mehr als 20
% Fett pro Tag, viel Obst, Salat, fettarme Milchprodukte wie
Buttermilch, wenig Fleisch, viel Fisch und Vollkornprodukte (Reis,
Brot, Nudeln). Ganz wichtig: täglich z. B. 1 Liter fettarme Milch,
fettarmen Kefir oder Buttermilch zur Vorbeugung der Osteoporose.
Milchprodukte bieten ein reichhaltiges Reservoir an Calcium und sind
damit ausgesprochen knochenfreundlich. Aber auch viele
Gemüsesorten (z. B. Brokkoli) und calciumreiche Mineralwasser sind
gute Calciumlieferanten.
- Woran erkenne ich den für mich „richtigen“ Frauenarzt?
Ein gutes Zeichen ist, wenn Ärzte unter Berücksichtigung der
persönlichen Hintergründe und mit dem Wissen um die
Befürchtungen und Erwartungen der Patientin ihre Therapie
festlegen. Dem ausführlichen Gespräch, in dem auch das
Für und Wider verschiedener Therapien besprochen wird, fällt
also eine große Bedeutung zu.
Typisch für ein nicht
funktionierendes Vertrauensverhältnis ist, wenn der Arzt aus
Furcht vor „abfälligen Bemerkungen“ nicht über
beispielsweise zusätzlich eingenommene Arzneimittel informiert
wird. Oder schlimmer noch, wenn von ihm verordnete Arzneimittel nicht
eingenommen werden und man ihm die Einnahme nur „vorspielt“.
Es ist heute das gute Recht jeder Patientin, Antworten auf alle offenen
Fragen z. B. zur Therapie zu erhalten und auch eigene Wünsche
vorzutragen. Schließlich geht es um ihre Gesundheit!